Wer sind wir?
Kontakte
Zusammenarbeit
Lageplan
Dialekttexte <
Themenkreise <
Willkommen
Hinweis: Edingerische Sprüche, die als Zungenbrecher benutzt werden können, finden Sie nicht hier, sondern unter Edingerische Zungenbrecher.
|
Edingerisch |
Hochdeutsch |
Anmerkungen |
|
Briggld eisch, isch heb di Kiddl! |
Prügelt euch, ich halte die Jacken! |
Den Spruch gibt es auch in der Form Ziehd di Kiddl aus und briggld eisch! (Isch heb di Kiddl.). Bedeutung: Wenn ihr mit eurem Streit so weitermacht, geratet ihr euch bald in die Haare. Aber glaubt ja nicht, dass ich Partei ergreife! |
|
De Lebdaag nedd! |
Nie! |
Wörtlich: Den Lebtag nicht, d.h. nicht in diesem Leben. Kann man's deutlicher sagen? |
|
Des dauerd jo ewisch un drei Daag! |
Das dauert ja ewig und drei Tage! |
Mit diesen drei über die Ewigkeit hinausgehenden Tagen will man ausdrücken, dass es sich um etwas entsetzlich lang Dauerndes handelt. |
|
Des iss e Schand un e halwi! |
Das ist eine Schande und eine halbe! |
Mit diesen anderthalb Schanden will man ausdrücken, dass es sich um etwas besonders Schändliches handelt. |
|
Di Gude weere di Beschde und Du weersch käner devu. |
Die Guten seien die Besten und du seist keiner davon. |
Dies ist eine der möglichen Antworten auf die Frage, was auf einem verpassten Treffen besprochen worden sei. |
|
E silwernes Nixl un e goldenes Bixl un e Waardeweilsche dazu. |
Ein kleines silbernes Nichts und eine kleine goldene Dose und ein Warte-ein-Weilchen dazu. |
Dies ist die Antwort auf Anfragen von kleinen und großen Kindern, was sie demnächst zum Geburtstag oder zu Weihnachten an Geschenken bekommen. Ein Nixl könnte natürlich auch eine kleine Nixe sein, aber dafür liegt Edingen wohl zu weit von Kopenhagen und auch von der Lorelei weg. |
|
Gschäie is gschäie, Medel, was greinsch? |
Hör auf zu weinen, denn was geschehen ist, kann man nicht mehr ändern! |
Wörtlich: Geschehen ist geschehen; Mädchen, warum weinst du? |
|
Hedd er aa Hinggl dahäm? |
Habt ihr auch Hühner zuhause? |
Es wird immer gesagt, dass jemand, der diesen Dialektsatz versteht, des Edingerischen kundig ist. |
|
Kä Ohnung vun ere Wohnung! |
Keine Ahnung! Null Ahnung! |
Wörtlich: Keine Ahnung von einer Wohnung! Der Spruch wird aber nicht nur für das Gespräch über Wohnungen verwendet. Aber ist der Reim nicht schön? Und im Hochdeutschen unmöglich! |
|
Kennsch di alde Beele? Wenn sie kä Kardoffl hodd, kann sie käni scheele. |
Mach dir nichts draus! Es ist nun mal, wie es ist. Aufregen zwecklos. |
Wörtlich: Kennst du die alte Beele(?)? Wenn sie keine Kartoffeln hat, kann sie keine schälen. Wenn Sie mehr über Beele wissen, schreiben Sie es uns bitte. Vielen Dank im Voraus! |
|
Kobb hoch, wenn der Hals aa dreggisch is! |
Kopf hoch, wenn der Hals auch schmutzig ist! |
Scherzhafte Aufmunterung. |
|
Loss doch di Hudde nedd henge! |
Lass dich doch nicht unterkriegen! Gib dich doch nicht geschlagen! Resignier doch nicht! Blas doch kein Trübsal! |
Wörtlich: Lass doch die Hudde nicht hängen! Ich habe keine Ahnung, was Hudde sind. Das ist typisch für den Gebrauch althergebrachter Wendungen: Jeder weiß, was mit dem Ganzen gemeint ist, aber keiner versteht den Sinn der einzelnen Wörter. Wenn Sie mehr darüber wissen, schreiben Sie es uns bitte. Vielen Dank im Voraus! |
|
Mannem vorne! |
Mannheim vorn! |
Angeblich kommt dieser Ausspruch daher, dass irgendwann einmal die Züge nach Mannheim und Heidelberg (wohl im heutigen Mannheim-Friedrichsfeld) geteilt wurden und der vordere Teil nach Mannheim, der hintere nach Heidelberg fuhr. Die Mannheimer verstehen das heute natürlich anders... Und die Edinger, früher Landkreis Mannheim, haben immer gern etwas von dem Glanz der nördlichen Großstadt auch auf sich bezogen... (Und heute, nachdem sie das HD-Nummernschild verpasst bekommen haben, wie fühlen sie sich da?) |
|
Numme nedd huddle! |
Eile mit Weile! |
Dies ist einer der Sätze, die gern in Witzen verwandt werden, um zu zeigen, was es gibt, wenn ein Edinger (oder Mannheimer oder Schwetzinger oder ...) versucht, Hochdeutsch zu reden: Numen nicht hudeln! |
|
Vor lauder lauder... |
Über all dem ... In der allgemeinen Hektik ... In der Eile ... Im Eifer des Gefechtes ... |
Wer das sagt, hat aber vielleicht auch nur zuviel Zeit verquasselt. Grundlage der edingerischen Redensart ist der häufige Gebrauch von lauder (lauter, viele; nur). Beispiele: Do sinn lauder Ebbl drin. (Darin sind nur/viele Äpfel.) Der hodd lauder dumms Zeig gschwedzd. (Der hat nur dummes Zeug geredet.) |
|
Was hodd ern gschbroche? En Deller voll Gnoche. |
Was hat er denn gesprochen? Einen Teller voll Knochen. |
Dies ist eine der möglichen Antworten auf die Frage, was bei einer verpassten Rede gesagt worden sei. |
|
Wenn ma de Essl nennd, kummd er gerennd. |
Wenn man den Esel nennt, kommt er gerannt. |
Im Edinger Dialekt ist das noch nicht mal immer böse gemeint! Im Hochdeutschen reimt das nicht; daher gibt es die offizielle Fassung: Wenn der Esel wird genannt, kommt er auch schon angerannt. |
|
Wer nedd will, hodd ghadd. |
Wer nicht will, hat gehabt. Na dann eben nicht. |
Das sagt jemand, der nicht begeistert ist, dass ein von ihm gemachtes Angebot abgelehnt wird. |
|
Wer nix werd, werd Werd. |
Wer nichts wird, wird Wirt. |
Den Spruch kennen auch di Houchdaitsche (die Hochdeutschen). Ob er stimmt? |

Danke!
Für ihre vielen Beiträge zu dieser Seite danken wir herzlich Brigitte (Sie möge mir verzeihen, dass ich ihre Vorschläge etwas an meine Meine edingerische Schreibweise angepasst habe).
Hans-Rudolf Hower 2007
Letzte Aktualisierung: 28.07.11