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Inschriften in Tours

Amok in Tours

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Ganz in der Nähe der zentralen Straßenkreuzung in der modernen Innenstadt von Tours kann man auf dem Mittelstreifen der einen Straße die folgende Gedenktafel sehen.

Foto Tours: Gedenktafel wg. Amok in Tours

Gedenktafel

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Foto Tours: Gedenktafel wg. Amok in Tours

Gedenktafel wg. Amok in Tours, im Hintergrund das Rathaus

Foto Tours: Text der Gedenktafel wg. Amok in Tours

Inschrift

Fotos: Hans-Rudolf Hower 2010

Anreise - Internet - Kommentar - Literatur - Text / Übersetzung

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Originaltext (in französischer Sprache)

A la mémoire de

Henri Gasq
Gilles Lambert
Thierry Enguerrand

victimes de la tuerie
de Tours
29 octobre 2001

Übersetzung

Zum Gedenken an

Henri Gasq
Gilles Lambert
Thierry Enguerrand

Opfer des Amoklaufs
von Tours
am 29. Oktober 2001

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Kommentar

Der französische Begriff tuerie bezeichnet eigentlich jede beliebige Art von Gemetzel, ob es sich um das massenweise Abschlachten von Delphinen auf den dänischen Färöer-Inseln, das Blutbad einer kriegerischen Schlacht oder auch den Amoklauf einer einzelnen Person handelt. Da es sich bei der tuerie de Tours eindeutig um Letzteres handelt, habe ich die Inschrift entsprechend übersetzt, denn der deutsche Begriff Gemetzel lässt zu viele Fragen offen.

Der Begriff Amok bezeichnete ursprünglich - im indonesischen Kulturkreis - eine kollektive Verzweiflungstat, mit der eine Gruppe von Kriegern mit einem ohne Rücksicht auf das eigene Leben geführten heftigen Angriff auf den Kriegsgegner eine für ihre Partei positive Wende des Krieges herbeiführen wollten. Heute bezeichnet man damit im Allgemeinen die sinnlos erscheinende Tat eines Einzelnen, der in einem psychischen Ausnahmezustand ohne Vorwarnung mehr oder weniger wahllos Leute tötet, die ihm zufällig begegnen (Näheres siehe dt. Wikipedia unter Amok).

Ein Jahr nach dem Amoklauf bringt die französische Zeitung La Nouvelle République einen ausführlichen Artikel über die Ereignisse, dem Folgendes zu entnehmen ist:

  • Montagmorgens gegen 9:45 parkte der Amokläufer sein Auto am Anfang des Boulevard Béranger (gegenüber der Stelle, wo jetzt die Gedenktafel steht), nahm seine Winchester und begann, wahllos auf Passanten zu schießen. Als er die Polizei anrücken sah, flüchtete er in die Tiefgarage Vinci, wo er sich zunächst hinter geparkten Autos verbarg, dann aber wild schimpfend auf die Polizisten einredete und schoss. Dem Tod entging er nur durch einen Zufall, da der potenziell tödliche Schuss eines Polizisten an seinem Karabiner abprallte. Er wurde festgenommen und der Justiz überstellt.
  • Neben den vier Toten gab es auch sieben mehr oder weniger schwer Verletzte, nicht zu vergessen die zerschlagenen Familien und traumatisierten Hinterbliebenen.
  • Der Amokläufer war als nichtaggressiver Eigenbrödler und Waffennarr bekannt - ein bei vielen heutigen Amokläufen immer wiederkehrendes Leitmotiv.
  • Psychologische Untersuchungen ergaben zunächst volle Verantwortlichkeit des Täters.
  • In einem späteren Artikel derselben Zeitung (siehe unten) liest man, dass der Amokläufer im April 2005 zu lebenslanger, mindestens jedoch 22 Jahre dauernder Haft verurteilt worden ist, während der zivilrechtliche Prozess um die Entschädigung der Opfer noch andauert.

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    Internet

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    Amok

    In dt. Wikipedia.

    Ausführlicher Lexikonartikel über die Entwicklungsgeschichte des Begriffs „Amok“ und die psychologische Situation des Amokläufers.

    Tuerie de Tours

    In www.lanouvellerepublique.fr.

    Ausführlicher Bericht vom 29.10.2002 zum ersten Jahrestag des Amoklaufs von Tours (auf Französisch).

    Tuerie de Tours (Untertitel: Roux-Durraffourt : un procès après le procès)

    In www.lanouvellerepublique.fr.

    Ausführlicher Bericht vom 07.06.2009 zum zivilrechtlichen Prozess um den Amoklauf von Tours, darin Hinweis auf das strafrechtliche Urteil (auf Französisch).

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    Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

    Zur Anreise nach Tours siehe Inschriften in Tours.

    Vom Hauptausgang des Bahnhofs Tours geht man vor bis zum Boulevard Heurteloup und auf diesem nach links, am Rathaus vorbei, geradeaus über den Place Jean-Jaurès zum Boulevard Béranger. Dort steht unsere Gedenktafel gleich am Anfang auf dem Mittelstreifen.

    Angaben zur Anreise entsprechen unseren persönlichen Kenntnissen oder sogar Erfahrungen, aber wir können keinerlei Verantwortung für ihre Richtigkeit übernehmen. Wenn Sie diese Seite lesen, können sich in der Wirklichkeit Veränderungen ergeben haben.

    Hans-Rudolf Hower 2010

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    Letzte Aktualisierung: 11.07.10