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Im Hof des Rathauses (Hôtel de Ville) von Tours wurde die folgende Gedenktafel angebracht, die an die Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten und Friedensnobelpreisträgers Jitzchak Rabin erinnert.

Foto Tours: Innenhof Rathaus

Innenhof des Rathauses mit Gedenkstein im Hintergrund

Klicken Sie bei Bedarf auf die Fotos, um sie größer zu sehen.

Fotos: Hans-Rudolf Hower 2008

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Text / Übersetzung

Foto Tours: Gedenken an Jitzchak Rabin

Gedenktafel

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Originaltext (in französischer Sprache)

En hommage à Yitzhak Rabin
Premier Ministre israélien
assassiné pour son action
en faveur de la Paix
le 4 novembre 1995

Übersetzung

Zur Ehrung
des israelischen Ministerpräsidenten
Jitzchak Rabin, der wegen seines
Eintretens für den Frieden
am 4. November 1995 ermordet wurde

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Kommentar

Den Friedensnobelpreis teilten sich 1994 drei Politiker, die viele Jahre lang in endlosen Verhandlungen versucht hatten, Frieden zwischen den Israelis und der arabischen Welt, vor allem den Palästinensern, zu stiften: Jitzchak Rabin, Schimon Peres und Jassir Arafat. Immer wieder schien der Frieden in greifbarer Nähe zu sein, ja zeitweise hörte das Blutvergießen vor Ort auf, aber letztlich scheiterten alle Bemühungen. Der Friedensnobelpreis wurde daher weniger für einen dauerhaften Erfolg als für ständiges Bemühen und als Ermutigung zu weiterem Bemühen vergeben. Nicht vergessen werden sollte übrigens die tatkräftige Mitwirkung des damaligen amerikanischen Präsidenten Bill Clinton bei den Friedensverhandlungen.

In einigen fundamentalen Fragen waren beide Seiten nicht zu wirklichen Kompromissen bereit, darunter vor allem die Hauptstadtfrage (Wem gehört Jerusalem?) und die Frage der Rückkehr der geflohenen oder vertriebenen Palästinenser in ihre jetzt zu Israel gehörenden Heimatgebiete. Und je länger und zäher sich die Verhandlungen dahinquälten, desto mehr wurden im Land selbst Fakten geschaffen, die den Frieden immer unwahrscheinlicher machten. So ließ Israel die Gründung von immer mehr jüdischen Siedlungen im Westjordanland und im Gazastreifen zu und verschob die Grenzen zu Ungunsten der Palästinenser, wogegen die Palästinenser Mörserbeschuss israelischer Grenzstädte, Intifada und selbstmörderische Einzelaktionen setzten.

Wer im Nahen Osten für den Frieden zwischen Israel und den Palästinensern eintritt, lebt gefährlich. Das musste Jitzchak Rabin am eigenen Leib erfahren. Seine Friedensbemühungen brachten ihm zwar den Friedensnobelpreis, aber bald auch den Tod ein. Ermordet wurde er von einen fanatisierten Landsmann, von einem der Mitbürger, für deren bessere Zukunft Rabin kämpfte...

Ungeachtet aller berechtigten oder unberechtigten gegenseitigen Schuldzuweisungen für Vergangenes und Aktuelles muss man leider feststellen, dass in Palästina eine sich quasi selbst erhaltende Spirale der Gewalt entstanden ist, die mit jedem neuen Toten schwieriger zu unterbrechen sein wird. Wer nahe Angehörige verliert, hat meist schnell die Schuldigen ausgemacht und wird taub für Friedensbemühungen. Und für immer neuen Nachschub an Opfern wird leider gesorgt. Auf beiden Seiten. Wie soll man in solch einem aufgeheizten Klima verhandeln?

Während ich diese Zeilen schreibe (Anfang Januar 2009), ist der Krieg wieder einmal voll entbrannt. Die Hamas hat gewaltsam die alleinige Herrschaft im Gazastreifen übernommen, und ihre Raketen fliegen auf israelische Städte. Die israelische Armee ist nun dabei, den Gaza-Streifen zu erobern. Die eingesetzten Mittel und die Zahl der Opfer beider Seiten ist äußerst ungleich. Wie immer. Aber die Hauptleidtragenden beider Seiten sind die Zivilisten. Wie immer.

Israel wird noch viele Rabins brauchen (und hoffentlich nicht verbrauchen), bevor es Frieden findet. Aber wie kann die leise Stimme des Friedens in all dem Kriegsgetöse gehört werden?

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Charles Enderlin, Le Rêve brisé : Histoire de l'échec du processus de paix au Proche-Orient (1995-2002)

Dieses außerordentliche Buch lässt seine Leser den Friedensprozess und sein Scheitern ganz aus der Nähe miterleben, denn Charles Enderlin war als Fernsehreporter bei allen wichtigen Ereignissen dabei und hatte immer wieder die Gelegenheit zu Gesprächen mit allen Teilnehmern. (Mehr Info... [auf Französisch]).

Bei amazon.de gibt es leider nur die englische Übersetzung dieses Buches, und zwar unter dem Titel Shattered Dreams: The Failure of the Peace Process in the Middle East 1995-2002. Amazon.fr liefert nicht nach Deutschland.

Frz. Originalausgabe: amazon.fr

Engl. Übersetzung: amazon.de.

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Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Zur Anreise nach Tours siehe Inschriften in Tours.

Über den Bahnhofplatz (pl. du Général Leclerc) gelangt man zum Boulevard Heurteloup. Diesen überquert man und folgt ihm wenige Meter nach links bis zum Rathaus (Hôtel de Ville). Es gibt seitliche und rückseitige Eingänge zum Hof, in dem unser Gedenkstein steht.

Angaben zur Anreise entsprechen unseren persönlichen Kenntnissen oder sogar Erfahrungen, aber wir können keinerlei Verantwortung für ihre Richtigkeit übernehmen. Wenn Sie diese Seite lesen, können sich in der Wirklichkeit Veränderungen ergeben haben.

Hans-Rudolf Hower 2009

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Häufige Fragen - Webmaster

Letzte Aktualisierung: 02.10.11