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Inschriften in Augsburg

Martin Luthers Widerspruch

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An der Stirnseite der Mauer, an der auf dem Domgelände die römischen Reste ausgestellt sind, befindet sich - etwas versteckt - die folgende Inschrift.

Foto Augsburg Domgelände: Luther-Inschrift und Dom

Luther-Inschrift und Dom

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Fotos: Hans-Rudolf Hower 2010

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Foto Augsburg Domgelände: Luther-Inschrift

Inschrift

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Inschrift

Originaltext

Martin Luther's
Widerspruch
gegen die Eröffnung
des Ketzerprozesses
in Rom wurde
im Oktober 1518
am Domportal
angechlagen.

M - L

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Kommentar

Martin Luthers Familie schrieb ihren Namen auf verschiedenste Weise (Lüder, Luder, Loder, Ludher, Lotter, Lutter oder Lauther), und auch er selbst verwandte die uns heute bekannte Schreibweise erst ab etwa 1512.

Wenn man von Martin Luther und der Reformation spricht, kann man nicht umhin, auch die spätere Namensgebung der von ihm angestoßenen religiösen Bewegung (Protestantismus) zu nennen und auf ein weit verbreitetes Missverständnis aufmerksam zu machen. Es stimmt zwar, dass die Protestanten deswegen so heißen, weil sie „protestiert“ haben, aber im 16. Jahrhundert verstand man darunter etwas anderes als wir Heutige, nämlich „bezeugen, bekennen“, ganz im Sinne des lateinischen „protestari“. Konkreter Anlass der Namensgebung war die Protestation zu Speyer von 1529. Darin steht der Satz: „So protestieren und bezeugen wir hiermit offen vor Gott [...]“. Der Ausdruck protestieren und bezeugen drückt dabei nicht zwei verschiedene Handlungen aus, sondern nur eine einzige, nämlich bekennen. Die Nennung zweier Zeitwörter für die gleiche Handlung dient lediglich der Verstärkung, ähnlich wie in drehen und wenden.

Martin Luther war vom 12. bis zum 20. Oktober 1518 in Augsburg, und zwar in ständiger Lebensgefahr, denn der vom Papst mit dem Prozess gegen den Reformator beauftragte Kardinal Thomas Cajetan hielt ihn für der Ketzerei überführt und daher zum Tode zu verurteilen. Nur die einander widersprechenden und wechselnde Allianzen hervorbringenden Interessen von Kirche, Reich und spanischer Krone sowie letztlich die nächtliche Flucht aus Augsburg bewahrten Luther vor dem Schlimmsten.

Was die Buchstaben M und L (Kürzel für Martin Luther?) und das Wappen am Ende der Inschrift bedeuten, konnte ich bisher ebenso wenig herausfinden wie den Wortlaut und die Dauer des hier genannten Anschlags am Domportal. Wenn Sie darüber etwas wissen, schreiben Sie es uns doch bitte. Vielen herzlichen Dank im Voraus!

Sprachliche Randbemerkung: Dass man „Martin Luther's“ auf der Gedenktafel mit Apostroph geschrieben hat, zeigt (wieder einmal) das fortschreitende Eindringen englisch/amerikanischer Sprachgewohnheiten ins Deutsche. Wenigstens in öffentlich angeschlagenen Texten sollte man sich aber doch bitte an die offizielle Rechtschreibung halten...

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Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Zur Anreise nach Augsburg siehe Inschriften in Augsburg.

Man verlässt den Augsburger Hauptbahnhof Richtung Innenstadt (die Seite, wo das Bahnhofsgebäude steht), geht geradeaus durch die Bahnhofstraße zum Königsplatz, überquert die Fuggerstraße und biegt schräg nach links in die Annastraße ein. Am Ende der Annastraße (Fußgängerzone) überquert man die Karlstraße, geht über den Kesselmarkt bis zum Schmiedberg (dort ist das Thaliatheater) oder zur Peutingerstraße, nimmt eine dieser Straßen nach rechts bis zum Hohen Weg, biegt in diesen nach links ein und folgt diesem bis zum Dom (linker Hand). Für den Fußweg braucht man insgesamt etwa 15 - 20 Minuten. Beim Dom findet man die hier beschriebene Inschrift an der linken Stirnseite der alleinstehenden Mauer, an und vor der einige römische Baureste und eine große römische Gedenkstele hängen bzw. stehen.

Angaben zur Anreise entsprechen unseren persönlichen Kenntnissen oder sogar Erfahrungen, aber wir können keinerlei Verantwortung für ihre Richtigkeit übernehmen. Wenn Sie diese Seite lesen, können sich in der Wirklichkeit Veränderungen ergeben haben.

Hans-Rudolf Hower 2010

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Häufige Fragen - Webmaster

Letzte Aktualisierung: 28.07.11