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In der Annastraße kann man an einer Hauswand die hier beschriebene Inschrift sehen.
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Gesamtansicht |
Klicken Sie bei Bedarf auf die Fotos, um sie größer zu sehen. Fotos: Hans-Rudolf Hower 2010 |
Inschrift
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Originaltext |
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In diesem Haus wohnte Bartholomäus Welser,
der die ersten deutschen |
Kommentar
Bei dem auf der hier beschriebenen Inschrift genannten Bartholomäus Welser handelt es sich genauer um Bartholomäus V. Welser, auch Bartholomäus Welser der Ältere genannt. Er ist nicht zu verwechseln mit Bartholomäus VI. Welser, dem auch Bartholomäus Welser der Jüngere genannten, 1546 in Venezuela ermordeten Sohn des Bartholomäus V. Welser.
In einer Aufstellung Augsburger Gedenkdaten des Jahres 2001 steht unter anderem: Vor 490 Jahren (1511-1519) wohnte Bartholomäus Welser in Augsburg. Sein Wohnhaus war das Patritierhaus, in dem heute das Maximilianmuseum untergebracht ist (Philippine-Welser-Straße 24). Dabei handelt es sich um dasselbe Anwesen, zu dem auch das Haus mit der hier beschriebenen Inschrift in der Annastraße gehört. Ein Anflug mit Google Earth auf Philippine-Welser-Straße 24, Augsburg und etwas Zoomen machen dies deutlich.
Die Welser gehörten neben den Fugger zu den größten international agierenden deutschen Handels- und Finanzhäusern des 15. und 16. Jahrhunderts. Ihre Handelsschwerpunkte waren der Rohstoff- und der Gewürzhandel. Bartholomäus Welser leitete von 1519 bis 1551 die Augsburger Welser-Gesellschaft und bekam von Kaiser Karl V. die spanische Kolonie Venezuela als Lehen. Er benutzte diese als Stützpunkt zur Erforschung des Landesinneren, was aber vor allem der Suche nach dem damals in allen Köpfen spukenden Goldland dienen sollte. Statt dieses Dorado oder Eldorado zu finden, wurde Bartholomäus Welser zusammen mit Philipp von Hutten auf einer Inlandexpedition ermordet. Zwar wurde der Anführer der - spanischen - Mörder später gehenkt und gevierteilt, aber der Mord zeigte bereits deutlich die beginnenden Machtverschiebungen, die letztlich zum Zusammenbruch der Welserherrschaft in Venezuela und der bedeutendsten deutschen Kolonialbemühungen in Südamerika führten.
Das Firmenimperium der Welser konnte sich - wenigstens in Teilen - bis in die ersten Jahre des 17. Jahrhunderts halten. 1614 war endgültig Schluss. In diesem Jahr wurde die Nürnberger Gesellschaft zur Versorgung der minderjährigen Nachkommen des verstorbenen letzten Firmenchefs kapitalisiert, und die Augsburger Firma war wegen der Zahlungsunfähigkeit ihrer größten Schuldner - sprich: Staatsbankrott von Spanien, Frankreich und den Niederlanden – ruiniert.
Soll man dem Scheitern der deutschen kolonialen Bestrebungen nachweinen? Gewiss waren damit viele persönliche und familiäre Schicksale verknüpft und schwere Opfer auch auf Seiten der Kolonisatoren zu beklagen. Aber heute wissen wir, dass erstens der Kolonialismus keine unschuldige Angelegenheit war und dass zweitens die unweigerlich im 20. Jahrhundert folgende Entkolonialisierung für die Bevölkerung vieler Kolonialmächte traumatische Formen annahm. So gesehen, ist den Deutschen vieles erspart worden, weil sie ins Kolonialgeschäft nie richtig hineinkamen und frühzeitig - mit dem Ende des Ersten Weltkriegs - wieder herausgedrängt wurden.
Siehe auch Jakob Fuggers goldene Schreibstube.
Literatur
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Adresse / Eigner |
Anmerkungen |
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Amtliche Seiten. |
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In dt. Wikipedia. |
Ausführlicher Lexikon-Artikel über die Stadt Augsburg und ihre Geschichte. |
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Auf Google maps. |
Beliebig zoombarer und verschiebbarer Stadplan von Augsburg und Umgebung. |
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In dt. Wikipedia. |
Ausführlicher Lexikon-Artikel über die Familie der Welser und ihre internationalen Handelsunternehmungen. |
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Auf www.augsburger-gedenktage.de. |
Unter den Gedenkdaten des Jahres 2001 steht auch das 490-jährige Jubiläum des Einzugs von Bartholomäus Welser in Augsburg. |
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In dt. Wikipedia. |
Ausführlicher Lexikon-Artikel über diesen deutschen Konquistador, der 1535 - 1538 an zwei Expeditionen der Augsburger Welser-Gesellschaft ins Landesinnere Venezuelas teilnahm, militärischer Oberbefehlshaber der von den Welsern verwalteten spanischen Kolonie Venezuela war und am Ende seiner zweiten Expedition zusammen mit Bartholomäus Welser dem Jüngeren ermordet wurde. |
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In dt. Wikipedia. |
Ausführlicher Lexikon-Artikel über die Familie Fugger, der bedeutendsten Handels- Banken- und Bergbauunternehmerfamilie des ausgehenden Mittelalter und der beginnenden Neuzeit. |
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Zur Anreise nach Augsburg siehe Inschriften in Augsburg.
Man verlässt den Augsburger Hauptbahnhof Richtung Innenstadt (die Seite, wo das Bahnhofsgebäude steht), geht geradeaus durch die Bahnhofstraße zum Königsplatz, überquert die Fuggerstraße und biegt schräg nach links in die Annastraße ein, wo man bald auf der rechten Seite auf die hier beschriebene Inschrift trifft.
Angaben zur Anreise entsprechen unseren persönlichen Kenntnissen oder sogar Erfahrungen, aber wir können keinerlei Verantwortung für ihre Richtigkeit übernehmen. Wenn Sie diese Seite lesen, können sich in der Wirklichkeit Veränderungen ergeben haben.
Hans-Rudolf Hower 2010
Letzte Aktualisierung: 28.07.11