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An der dem Hauptplatz zugewandten Seite der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Landsberg am Lech stehen die hier beschriebenen Inschriften.
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Dem Hauptplatz zugewandte Seite der Stadtkirche Klicken Sie bei Bedarf auf die Fotos, um sie größer zu sehen. Fotos: Hans-Rudolf Hower 2009 |
Inschrift 1
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Kommentar
Die Sonnenuhr der Stadtpfarrkirche wurde zwar neu angebracht, ersetzt aber eine ältere Sonnenuhr, von der bereits im Jahre 1910 nur noch verblasste Reste zu sehen waren, und folgt deren Vorbild. Sie hat zur Angabe der Stunden zwei Zahlenreihen, wobei die arabischen Zahlen die Sommerzeit entzeigen, die römischen Zahlen dagegen die Winterzeit.
Die lateinische Inschrift der Sonnenuhr ist das Werk Professor Bernhard Weißhaars, stützt sich aber auf bekannte kirchliche Texte und ist natürlich in Verbindung mit dem Namen der Kirche zu sehen, die ausdrücklich der Jungfrau Maria geweiht ist. Originell ist, dass im Text einige Buchstaben rot hervorgehoben wurden. Diese Buchstaben entsprechen römischen Zahlen und ergeben, wenn man sie zusammenzählt, das Jahr der Wiedereröffnung der Stadtpfarrkirche (I + I + I + M + V + I + M + I = 2010).
Professor Bernhard Weißhaar will lt. Augsburger Allgemeine den Spruch sowohl auf die aktuelle Tageszeit als auch auf die Todesstunde des Betrachters bezogen sehen und hat vielleicht dehalb das zwischen fern und nah stehende lateinische Demonstrativpronomen (hinweisendes Fürwort) iste, ista, istud gewählt. Wer diese Überlegungen des Professors nicht kennt, wird vermutlich ähnlich wie ich selbst (denn auch ich habe sie erst nachträglich kennengelernt) spontan eher an die Todesstunde denken, denn das gewählte Pronomen hat häufig einen abwertenden, Abneigung ausdrückenden oder jedenfalls Distanz schaffenden Nebensinn. Dieser lässt darauf schließen, dass mit ista hora eine unangenehme Stunde gemeint ist, wahrscheinlich die Stunde des Todes des Betrachters. Aber einer Inschrift kann ja nichts Besseres passieren, als etwas mehrdeutig zu sein und den Betrachter immer wieder zum Nachdenken zu bringen. Wenn er denn genügend das Lateinische kennt...
Hintergrund dieser Inschrift ist die römisch-katholische Theologie (und der damit verbundene Volksglaube), dass man in wichtigen Lebenssituationen Heilige braucht (oder zumindest brauchen kann), die bei Gott Fürsprache für einen einlegen, und Maria als Mutter Gottes (besser: Jesu, der aber als eine Erscheinungsform Gottes [oder so ähnlich; lassen wir hier die theologischen Spitzfindigkeiten] verstanden wird) erscheint da natürlich als eine besonders qualifizierte Fürsprecherin, deren Wort bei Gott großes Gewicht hat.
Auf das sprachliche - und daraus folgend theologische - Problem der Jungfrauenschaft Mariens habe ich an anderer Stelle hingewiesen. Siehe hierzu Falsch aber erfolgreich.
Sie können mir natürlich gerne widersprechen. Vielen Dank im Voraus für jede Kritik!
Inschrift 2
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Originaltext |
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[unleserlich] |
Kommentar
Leider konnte ich bei meinem Kurzbesuch in Landsberg beide Inschriften nur aus großer Entfernung fotografieren (ich stand kurzzeitig vor dem Alten Rathaus und zoomte, was das Zeug hielt). Was für die Inschrift der Sonnenuhr gerade noch ging, reicht für diese weiter unten an derselben Wand eingelassene Inschrift nicht zum Lesen aus (jedenfalls nicht für mich). Ich muss meine LeserInnen daher zunächst einmal auf nach meinem nächsten Landsberg-Besuch vertrösten, bei dem ich ein besseres Foto zu schießen hoffe.
Wenn Sie natürlich - solche Zufälle gibt es ja immer wieder - ein besseres Foto besitzen oder den Text aus anderen Quellen kennen, dann wäre es toll, wenn Sie uns Ihr Material zusenden. Vielen herzlichen Dank im Voraus!
Literatur
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AutorIn, Titel |
Anmerkungen |
Info / Kauf |
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Heide Weißhaar-Kiem und Heide Weißhaar-Kiem, Stadt und Landkreis Landsberg am Lech |
Kompakte Einführung in Stadt und Land. |
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Kompass Karten, Landsberg am Lech, Ammersee: Wander- und Bikekarte |
Wander- und Radlkarte im Maßstab 1 : 50.000. Da Landsberg nicht im Hochgebirge liegt, reicht dieser Maßstab in aller Regel auch für Fußwanderer. |
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Anmerkungen |
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Amtliche Seiten. |
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In dt. Wikipedia. |
Lexikon-Artikel über die Stadt Landsberg am Lech. |
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Die versteckte Botschaft in der Sonnenuhr Dieter Schöndorfer in der Augsburger Allgemeinen. |
Längerer Artikel über die Sonnenuhr an der Landsberger Stadtkirche. |
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Zur Anreise nach Landsberg am Lech siehe Inschriften in Landsberg am Lech.
Vom Bahnhof Landsberg am Lech geht man nach rechts (südlich, flussaufwärts) bis zur Katharinenstraße, biegt dort nach links ein, überquert den Lech und geht diese Straße immer weiter bis zum Hauptplatz (Touristeninformation links, beim Rathaus). Von dort sind alle Sehenswürdigkeiten in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Zur Stadtkirche geht es geradeaus in die Ludwigstraße.
Angaben zur Anreise entsprechen unseren persönlichen Kenntnissen oder sogar Erfahrungen, aber wir können keinerlei Verantwortung für ihre Richtigkeit übernehmen. Wenn Sie diese Seite lesen, können sich in der Wirklichkeit Veränderungen ergeben haben.
Hans-Rudolf Hower 2009
Letzte Aktualisierung: 14.08.10