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Inschriften in München

Die weiße Rose

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Unmittelbar vor der neuen Staatskanzlei (früher Armeemuseum) geht, trifft man seit wenigen Jahren auf der Seite des Residenzgartens auf den im Folgenden beschriebenen Gedenkstein, dessen Inschriften nicht nur auf dem Foto, sondern auch vor Ort schwierig zu lesen sind.

Klicken Sie bei Bedarf auf das Foto, um es größer zu sehen.

Foto München Residenzgarten: Gedenkstein Weiße Rose

Foto: Hans-Rudolf Hower 2003

Anreise - Inschrift der Vorderseite - Inschrift der Rückseite - Literatur

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Inschrift der Vorderseite

Originaltext

ZUM ERINNERN       ZUM GEDENKEN

Wir wollen hier nicht urteilen über die verschiedenen möglichen Staatsformen, nur eines will eindeutig und klar herausgehoben werden: jeder Mensch hat einen Anspruch auf einen brauchbaren und gerechten Staat, der die Freiheit des Einzelnen als auch das Wohl der Gesamtheit sichert.

Freiheit der Rede, Freiheit des Bekenntnisses, Schutz des einzelnen Bürgers vor der Willkür verbrecherischer Gewaltstaaten.

Das sind die Grundlagen des neuen Europa.

Aus den Flugblättern der Widerstandsbewegung „Die weiße Rose“

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Kommentar (nach Shirer, S. 934-35)

Die Weiße Rose war eine studentische Widerstandsgruppe an der Münchner Universität. Ihr Mentor war der Philosophieprofessor Kurt Huber, ihre wohl bekanntesten Mitglieder die Geschwister Sophie und Hans Scholl, nach denen heute der Platz vor der Universität benannt ist.

Ihre heimlich verteilten Flugblätter hatten den bayrischen Gauleiter so gereizt, dass er auf einer Studentenversammlung am 16.2.1943 für alle militärisch Untauglichen (die Tauglichen waren sowieso im Krieg) eine Art speziellen Arbeitsdienst ankündigte und allen nicht gebärwilligen Studentinnen die gewaltsame Vereinigung mit einem seiner Adjutanten androhte.

Es kam daraufhin zu offenen Antinazikundgebungen in den Straßen Münchens, und die Geschwister Scholl gingen dazu über, ihre Flugblätter mehr oder weniger offen zu verteilen. Prompt wurden sie denunziert, verhaftet, übel verunglimpft, gefoltert und letzendlich auf dem Schafott hingerichtet. Professor Huber und einige andere Studenten teilten ihr Schicksal.

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Inschrift der Rückseite

Originaltext

Meine Lieben. Mein letzter Brief, den ich euch schreibe. Das Gnadengesuch ist abgelehnt worden. Ich werde um 15 Uhr hingerichtet. Also lebt wohl und in der Ewigkeit sehen wir uns wieder.

Josef Hufnagel 40 Jahre alt
Bauer 1944

Es geht um die Sicherung eines gerechten Friedens, der dem deutschen Volk ein Leben in Freiheit und Ehre, den Völkern freiwillige und fruchtbare Zusammenarbeit ermöglicht.

Erwin v. Witzleben
Aufruf für den 20. Juli 1944

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Kommentar

General Erwin v. Witzleben gehörte zu den Verschwörern innerhalb der Wehrmacht, die bereits 1937/38 Kontakt mit zivilen Widerstandgruppen hatte, die den Angriff auf die Tschechoslowakei verhindern wollten. Der Plan war, zunächst die Generalität und dann das deutsche Volk davon zu überzeugen, dass dieser Angriff unweigerlich England und Frankreich auf den Plan rufen würde. Leider wurden diese Pläne durch das Nichteingreifen beider Länder und durch die sehr schnell von Hitler geschaffenen Realitäten über den Haufen geworfen.

Nach den Plänen der Verschwörer vom 20.07.1944 sollte Erwin v. Witzleben, inzwischen Feldmarschall geworden, zukünftig Oberbefehlshaber der deutschen Wehrmacht sein. Die kritischsten Stunden des Putschs scheint er jedoch (nach Shirer, S. 971) unnütz vertan zu haben. Dennoch wurde er vor dem sog. Volksgerichtshof auf widerwärtigste Weise gedemütigt und am 8. August desselben Jahres mit den anderen prominenten Verschwörern mit einem Klavierdraht an Fleischerhaken erhängt.

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Literatur

Zu Josef Hufnagel suche ich noch Literatur. Wenn Sie etwas empfehlen können, schreiben Sie es uns bitte. Vielen Dank!

AutorIn / Titel

Anmerkungen

Info / Kauf

William L. Shirer, The Rise and Fall of the Third Reich

Dies ist die englische Originalfassung des Werkes.

William Shirers Buch ist einer der großen Klassiker der Geschichtsschreibung über das Dritte Reich. Es ist ein dicker Band, der die Ereignisse fast Tag für Tag verfolgt und einen großen Teil seines Wissens aus der persönlichen Erfahrung des Autors schöpft, der bis Kriegsausbruch als Auslandskorrespondent in Deutschland gewohnt und viele der im Buch behandelten wichtigen Persönlichkeiten immer wieder getroffen hat.

amazon.de/at

William L. Shirer, Aufstieg und Fall des 3. Reiches

Dies ist die deutsche Übersetzung des obigen Buches.

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Internet

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Adresse / Eigner

Inhalt / Themen

Weiße Rose

In dt. Wikipedia.

Ausführlicher Lexikonartikel über diese Münchener Widerstandsgruppe.

Erwin von Witzleben

In dt. Wikipedia.

Ausführlicher Lexikonartikel über diesen deutschen General und Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944.

Geschwister Scholl

In dt. Wikimapia.

Kurzer Artikel über dieses zur Münchener Weißen Rose gehörende Geschwisterpaar.

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Ankunft mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Zur Anreise nach München siehe Inschriften in München.

In München fahren Sie zum U-Bahn-Station Odeonsplatz, Südausgang. Dann zu Fuß durch den Residenzgarten, Richtung Staatskanzlei (ehem. Armeemuseum).

Angaben zur Anreise entsprechen unseren persönlichen Kenntnissen oder sogar Erfahrungen, aber wir können keinerlei Verantwortung für ihre Richtigkeit übernehmen. Wenn Sie diese Seite lesen, können sich in der Wirklichkeit Veränderungen ergeben haben.

Wenn Sie einen detaillierten Umgebungsplan für das Denkmal wünschen, klicken Sie hier. Als gesuchte Adresse können Sie nach Auswahl von München z.B. „Galeriestr. 6” eingeben.

Hans-Rudolf Hower 2003

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Häufige Fragen - Webmaster

Letzte Aktualisierung: 11.07.10