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Inschriften in Wolfratshausen

Sendlinger Mordweihnacht

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Die hier beschriebene Inschrift befindet sich an der Fassade des Rathauses von Wolfratshausen, rd. 30 km südlich von München.

Foto Wolfratshausen: Menetekel gesamt

Gesamtansicht des Rathauses

Klicken Sie bei Bedarf auf das Foto, um es größer zu sehen.

Fotos: Hans-Rudolf Hower 2006

Foto Wolfratshausen: Sendlinger Mordweihnacht

Inschrift

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Text

Originaltext

Zum Gedenken
an die Wolfsratshauser Opfer
der Sendlinger Mordweihnacht
von 1705

Gebirgsschützenkompanie
Wolfsratshausen

Stadt
Wolfsratshausen

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Kommentar

Die Sendlinger Mordweihnacht war einer der letzten traurigen Höhepunkte der brutalen Unterdrückung des bayerischen Volksaufstandes durch die kaiserlich-österreichischen Besatzungstruppen im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-14). Im heutigen Münchner Vorort Sendling, damals noch ein kleines Dorf vor den Toren von München, wurden zu Weihnachten 1705 alle Aufständischen von der Armee umgebracht, obwohl sie sich nach aussichtslosem Kampf ergeben hatten. Das Gemetzel fand rund um die alte Sendlinger Kirche und ihren Friedhof statt. Unter den Opfer befanden sich Männer aus dem ganzen bayrischen Oberland, auch aus Wolfratshausen.

Näheres siehe bei den Münchener Inschriften unter Sendlinger Mordweihnacht.

Die Niederlage der Aufständischen wurde übrigens durch die Schlacht bei Aidenbach endgültig besiegelt. Näheres hierzu siehe bei den Münchener Inschriften unter Schlacht bei Aidenbach.

Zur Erinnerung: Erst im Gefolge des fürchterlichen Gemetzels der Schlacht von Solferino, in der 1859 die Truppen Napoleons III. die österreichischen Heere vernichtend geschlagen hatten, kam es international zu einem Nachdenken über das Schicksal der militärischen Opfer, zur Gründung des Roten Kreuzes durch Henri Dunand und zur Festsetzung einiger Normen für eine „menschliche" Kriegsführung. Diese Normen wurden und werden aber leider bis auf den heutigen Tag immer wieder gebrochen (und selbst bei Einhaltung der Normen ist ein Krieg nie „menschlich" im Sinn von human; man schaue sich nur einmal einen „regulär" von einer Splitterbombe oder einer Artilleriegranate getroffenen Soldaten aus der Nähe an).

Der Aufstand der verzweifelten Bauern zu Anfang des 18. Jahrhunderts gehört inzwischen zu den gern zitierten Beispielen des Widerstandswillens der Bayern gegen eine brutale Obrigkeit. Wie das Wolfratshauser Denkmal zeigt, können auch heutige Armeeeinheiten und Stadtverwaltungen problemlos Sympathie für die damaligen Aufständigen zeigen. Aber was würde geschehen, wenn der heute grassierende Sozialabbau eines Tages so weit ginge, dass es zu Aufständen der hoffnungslosen Bevölkerung käme?

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Ankunft mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Zur Anreise nach Wolfratshausen siehe Inschriften in Wolfratshausen.

Von München kommend, verlassen Sie den S-Bahnhof in Zugrichtung nach rechts (nach Osten) und gehen so weiter über die Loisach zum Stadtzentrum. Das Rathaus steht in der Unterer Markt genannten Nord-Süd-Hauptdurchfahrtsstraße, schräg gegenüber der weithin sichtbaren Stadtkirche.

Angaben zur Anreise entsprechen unseren persönlichen Kenntnissen oder sogar Erfahrungen, aber wir können keinerlei Verantwortung für ihre Richtigkeit übernehmen. Wenn Sie diese Seite lesen, können sich in der Wirklichkeit Veränderungen ergeben haben.

Hans-Rudolf Hower 2006

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Letzte Aktualisierung: 16.07.10