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Inschriften in Lublin

Kindermord in Lublin

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An einer Hauswand im Stadtzentrum von Lublin befindet sich folgende Inschrift in polnischer und hebräischer Sprache:

Klicken Sie auf das Foto, um es größer zu sehen.

Foto: Gedenktafel wg. Kindermassenmord

Foto: Hans-Rudolf Hower 1993

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Übersetzung des polnischen Textes

In diesem Gebäude befand sich
in den Jahren 1862 – 1942
das jüdische Waisenhaus, genannt „der Hort“.
Am Tag des 24. März des Jahres 1942
ermordeten die Hitleristen alle
Kinder dieses Hauses.

(Ich nehme an, dass der hebräische Text das Gleiche sagt, kann es aber mangels ausreichender Kenntnisse des Neuhebräischen nicht bestätigen. Falls Sie diese meine Meinung bestätigen oder widerlegen können, bitte ich um entsprechende Nachricht. Vielen Dank im Voraus!)

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Sprachlicher Hinweis

Der polnische Name des „Hortes“ enthält die Wurzel „Schutz“. Die Kinder wurden also an einem Ort ermordet, der sie eigentlich hätte schützen sollen...

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Kommentar

Man kann in Polen keine Reise machen, ohne immer wieder Schildern, Tafeln und Steinen zu begegnen, die dem Andenken an einen (oft Massen-)Mord gewidmet sind, der von den Nazis während des zweiten Weltkriegs und der Besetzung des Landes begangen worden ist. Ganz zu schweigen von der großen Zahl der ehemaligen Konzentrations- oder gar Vernichtungslager (eines der schrecklichsten, Majdanek, befindet sich übrigens in Lublin selbst). Aber was mir immer auffiel, war, dass die polnischen Denkmale in der Regel nur Nazis und Hitler-Anhänger als Übeltäter nennen. Sie vermeiden also, alle Deutsche in denselben Topf zu stecken. Da ich weiß, wie sehr die Polen, Juden und Nichtjuden, unter den deutschen Besatzern gelitten haben, kann ich ihre Vorgehensweise nur bewundern, und ich danken ihnen vielmals dafür, dass sie auf diese Weise eine Verständigung wenigstens zwischen den jungen Generationen unserer beiden Völker ermöglichen.

Während unserer Reisen durch Polen haben wir in der Tat keine Anzeichen antideutscher Ressentiments erlebt, außer einmal, und wir haben erst im Nachhinein den Grund dafür verstanden: Es war der Tag, an dem das polnische Fernsehen in Direktschaltung von den schändlichen Vorgängen in Rostock berichtet hatte, bei denen ein von Asylbewerbern bewohntes Gebäude in Flammen aufging. Das musste bei den Polen üble Erinnerungen wach rufen …

Sachlicher Hinweis

Das Verbrechen an den hier genannten jüdischen Kindern von Krakau war nur eines unter vielen im Herrschaftsbereich der Nazis. Ein Beispiel aus Frankreich finden Sie unter Kindermord in Tours.

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Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Der einfachste Weg führt über Warschau. Aber wenn Sie etwas von Ihrem Aufenthalt in der Gegend haben wollen, sollten Sie zumindest einen Abstecher nach Sandomierz und/oder Zamosc machen. Im Südosten von Lublin gibt es Eisenbahnlinien, auf denen man unterwegs „Blumen pflücken“ kann. Ich persönlich finde diese Langsamkeit herrlich; da kann man wenigstens die Landschaft bewundern!

Wenn Sie gerne Fuß- oder Radwanderungen machen, lädt Sie der ganze Südosten von Polen ein (v.a. die Gegenden Roztocze und Bieszczady). Und wo es keinen Zug gibt, kommen Sie in der Regel mit dem Bus weiter.

Angaben zur Anreise entsprechen unseren persönlichen Kenntnissen oder sogar Erfahrungen, aber wir können keinerlei Verantwortung für ihre Richtigkeit übernehmen. Wenn Sie diese Seite lesen, können sich in der Wirklichkeit Veränderungen ergeben haben.

Näheres zu Bahnverbindungen siehe die Online-Auskunft der Deutschen Bahn.

Hans-Rudolf Hower 2003

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Häufige Fragen - Webmaster

Letzte Aktualisierung: 21.07.10