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Liste der Nettigkeiten

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Wem traut man die schlimmsten Dinge zu? Natürlich immer dem Nachbarn! Jeder dem seinen! Dieser „liebenswerte“ Zug des menschlichen Geschlechts ist tief in der Alltagssprache verankert, die ja bekanntlich in enger Beziehung zur Geisteshaltung steht... Ein Trost: Alles beruht auf Gegenseitigkeit. Mehr oder weniger jedenfalls. Und mit ein Bisschen Humor kann man sogar darüber lachen. Schlimm wird es nur, wenn einer die sprachlichen Vorurteile ernst nimmt.

Fast hätte ich es vergessen: Es gibt auch viele positive Beispiele und solche, die lediglich wertfrei die (wirkliche oder vermeintliche) Herkunft oder Machart einer Sache verraten. Und dann gibt es natürlich die Versuche, das Beste auf die eigene Seite zu ziehen...

Wörterbücher schweigen sich oft über solche Redewendungen aus - zwecks „political correctness“. Aber wir wollen dem Volk (bzw. den Völkern) „aufs Maul schauen“, wie Luther gesagt hätte. Wenn Ihnen also weitere nette und „nette“ Beispiele einfallen, schreiben Sie uns bitte. Vielen Dank im Voraus!

VETO: Ernsthaft diskriminierende sprachliche Vorurteile, die vielleicht sogar schon einmal den Vorwand zu rassistischen Ausschreitungen oder gar Völkermord geliefert haben (ja, das gibt es!), werden wir hier nicht aufnehmen. Denn da hört der Spaß auf. Und da sieht man auch, wie Sprache sehr schnell demagogisch missbraucht werden kann.

Praktische Hinweise: In den Fällen, in denen es in einer Sprache - oft im Deutschen - nur eine weniger „stilechte“, aber doch interessante Entsprechung gibt, stellen wir diese in kursiver Schrift als Erläuterung oder Umschreibung zur Verfügung. Bei den Fremdsprachen setzen wir bei Bedarf eine deutsche Übersetzung in eckigen Klammern dahinter.

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Liste der Nettigkeiten

Deutsch

Englisch

Französisch

Italienisch

Andere

Anmerkungen

Afghane

 

afghan

 

 

Hunderasse

Amerikaner

 

 

 

 

Diskusförmiges Mürbegebäck mit Zuckerlasur auf der einen Seite.

Araber

 

 

 

 

Pferderasse

arabische Zahlen

 

chiffres arabes

 

 

Das sind unsere heutigen „normalen“ westeuropäisch-amerikanischen Zahlen in lateinischer Schrift. Lustigerwesie nennen die Semitisten die im traditionellen Arabisch gebrauchten Zahlen „indische Zahlen“.

Ärmelkanal

English Channel
[Englischer Kanal]

la Manche
[der Ärmel]

 

 

So macht man Besitzansprüche deutlich; vgl. Deutsche Bucht und Ähnliches.

Baguette

 

 

pane francese
[französisches Brot]

 

 

Biskuitteig, leichter ~

 

génoise
[Genueser (Teig)]

pan di Spagna, pandispagna
[Brot aus Spanien]

 

 

böhmische Dörfer

double Dutch
[doppeltes Holländisch]

du chinois
[Chinesisch]

 

 

Böhmen, bis zum Ende des Ersten Weltkriegs österreichisch, entspricht dem heutigen Tschechien.

Deutsch, etwas auf (gut) ~ sagen

to say something in plain English

 

 

Ungarisch:

magyaráz [erklären]

Als klar ausgedrückt erkennt eben jeder nur das in seiner eigenen Sprache Ausgedrückte. Siehe auch verdeutschen.

Ungarisch: Magyaráz heißt eigentlich „auf (gut) Magyarisch [d.h. Ungarisch] sagen“. Dazu gibt es auch das Substantiv magyarázat (Erklärung).

Deutsch, mit jemandem ~ reden, mit jemandem Tacheles reden

to talk to somebody like a Dutch uncle
[mit jemandem wie ein holländischer Onkel reden]

 

 

 

„Tacheles“ kommt zu uns über das Jiddische aus dem Hebräischen.

Deutsche Bucht

 

 

 

 

So macht man Besitzansprüche deutlich; vgl. English Channel und Ähnliches.

dumm stellen, sich ~

 

 

fare l'Inglese
[den Engländer spielen]

 

 

Durcheinander

 

capharnaüm

cafarnao

Portugiesisch: cafarnaum (Variante: cafarnaú)

Spanisch: cafarnaúm

Der galiläische Ort Kapernaum ist uns hauptsächlich durch das Neue Testament der Bibel bekannt. In Matthäus 8, 5-13 wird berichtet, dass Jesus dort den Knecht eines Hauptmanns und andere Kranke geheilt hat. Erklärungsversuch anhand des Französischen: Nach dem dickbauchigen Dictionnaire historique de la langue française (Besprechung...) bezeichnete der Name dieser Ortschaft im 17. Jahrhundert ein Gefängnis und wurde dann zu einem Lieblingswort von Honoré de Balzac und französischen Romantikern mit der heutigen Bedeutung unaufgeräumter Raum, heilloses Durcheinander sowie Haufen wahllos herumliegender Gegenstände. Aber das erklärt nicht, warum ausgerechnet der Name dieser Ortschaft zum Ausgangspunkt eines französischen Wortes mit dieser Bedeutung wurde. Das Wörterbuch schlägt ohne rechte Überzeugung vor, dass da eine Verbindung mit der Menge der herbeigeeilten Kranken bestände, und tritt damit in die Fußstapfen des altehrwürdigen Nouveau dictionnaire étymologique von Dauzat, Dubois und Mitterand. Die frz. Wikipedia dagegen (unter Capharnaüm) bestätigt nicht nur heutige Bedeutung und Ursprung des Wortes, sondern sagt in einer Fußnote auch: „Capharnaüm : grande ville de commerce, et pour cela, ce nom a pris le sens vulgaire de lieu où mille choses sont entassées.“ (Kapernaum: große Handelsstadt, und daher hat dieser Name den volkstümlichen Sinn eines Ortes angenommen, an dem tausend Dinge aufgehäuft sind.)

Für das Italienische bringt das Grande dizionario enciclopedico della lingua italiana (Verlag Orsa Maggiore) die gleiche heutige Bedeutung und den Ursprung im Namen des Ortes Cafarnao (= Kapernaum), aber ohne Klärung des Warum. Das ansonsten sehr brauchbare etymologische Wörterbuch Avviamento alla etimologia italiana von Giacomo Devoto (1968) sowie das viel umfangreichere Vocabolario etimologico von Ottorino Pianigiani (1988) ignorieren das Wort völlig (vielleicht, weil es ursprünglich ein Eigenname war).

Bleibt die Frage: Warum hat diese Stadt nur die Sprecher einiger romanischer Sprachen so stark beeindruckt, dass sie daraus ein Wort ihrer Sprache machten?

Engländer

 

clé anglaise
[englischer Schlüssel]

chiave inglese [englischer Schlüssel]

Ungarisch:

franciakulcs [französischer Schlüssel]

Variabler Schraubenschlüssel; gleichbedeutend mit Franzose.

englische Weiche

 

aiguillage anglais
[englische Weiche]

 

 

Kreuzungsweiche

englischer Garten

 

jardin à l'anglaise

giardino all'inglese

 

Das Gegenteil des französischen Gartens, also ungeordnet, wild, unkontrollierbar, geheimnisvoll, romantisch - jedenfalls dem ersten Augenschein nach, denn das „Chaos“ ist bis ins Detail ausgetüftelt.

englisches Frühstück

English breakfast

 

 

 

 

Finnenbrot

 

 

 

 

Ob Finnen dieses Brot überhaupt kennen?

Flachlandtiroler

 

 

 

 

Abschätziger Ausdruck für Leute, die sich für Bergsteiger oder Bergwanderer (Tiroler) halten, aber Berge nie richtig aus der Nähe gesehen hat. Oft angewandt auf Stöckelabsatz- und Turnschuhtouristen, die mit ihrer haarsträubenden „Ausrüstung“ im Hochgebirge auftauchen. Norddeutsche (denen man ja keine Bergerfahrung zutraut) können von Südgermanen auch schon mal pauschal in diese Kategorie eingeordnet werden.

Franzose

 

 

 

 

Gleichbedeutend mit Engländer.

französisch, es ~ machen

 

 

 

 

Oralsex. Die Franzosen wundern sich immer wieder über diesen ihren Ruf.

französisch verabschieden, sich ~

to take French leave
[sich französisch verabschieden]

filer à l'anglaise
[auf englische Art weggehen]

andarsene all'inglese, filare all'inglese, filarsela all'inglese
[auf englische Art weggehen]

 

Unhöflich sind immer die Andern...

französische Krankheit, Franzosenkrankheit [beides veraltet]

French disease
[französische Krankheit]

 

 

 

Syphilis (kam angeblich aus Frankreich)

französischer Garten

 

jardin à la française

giardino alla francese

 

Das absolutistische frz. Königtum brachte diese Art wohlgeordneten, vom Willen des Königs geformten, „vernünftigen“, kontrollierbaren und kontrollierten Garten in Mode. Die Gegenbewegung kam aus dem demokratisch(er)en England; siehe englischer Garten.

französisches Tüchlein [veraltet]

 

capote anglaise
[englisches Hütchen]

 

 

Veraltet; siehe auch: Pariser

Geduldsspiel

 

casse-tête chinois

 

 

Vielleicht kamen die ersten Geduldsspiele wirklich mal aus China nach Frankreich. Auf jeden Fall ist für die Franzosen heute jedes Geduldsspiel (auch eines im übertragenen Sinn) ein chinesisches.

Gerücht

 

téléphone arabe
[arabisches Telefon]

 

 

 

getrennt zahlen

to go Dutch [auf holländische Art verfahren]

 

pagare alla romana [auf römische Art zahlen]

pagar ao modo do Porto [auf die Art und Weise von Porto zahlen]

 

getrennte Kasse, mit jemandem bei etwas ~ machen

to go Dutch with somebody on something [mit jemandem bei etwas auf holländische Art verfahren]

 

fare alla romana [auf römische Art verfahren]

fazer ao modo do Porto [in der Art und Weise von Porto verfahren]

 

heimlich trinken

 

boire en Suisse
[als Schweizer trinken]

 

 

Hier geht es ursprünglich nicht um schlechte Trinkmanieren der Schweizer Eidgenossen, sondern um eine List des lothringischen Königs Stanislas, der gern zwischendurch ein Gläschen Wein kippte und daher immer einen Vorrat bei seiner Schweizergarde deponierte. Er unterbrach dann des öfteren seine politischen Konferenzen, um unter irgendeinem Vorwand bei seinen Schweizern alkoholische Stärkung zu holen. Am Hof sprach man daher bald davon, dass er "als Schweizer trank". Die Redewendung ist heute sehr geläufig, aber kaum jemand weiß noch, woher sie kommt. Meine Info bekam ich am 25.05.05 von der Sendung Des racines et des ailes des dritten französischen Fernsehens (Thema: Nancy 2005).

Hinterwäldler

 

paysan du Danube
[Donaubauer]

 

 

 

Indianer, ein ~ kennt keine Schmerzen

 

 

 

 

Aus unzähligen Indianerromanen (z.B. Karl May, Cooper) kennen die Europäer den Indianer als äußerst unempfindlich gegenüber körperlichen Schmerzen.

indische Zahlen

 

 

 

 

In der Semitistik geläufiger Ausdruck für die in traditionellem Arabisch verwandten Zahlen; die von uns so genannten „arabischen Zahlen“ werden im Arabischen inzwischen oft auch benutzt; aber das ist ein Tribut an die lateinisch geprägte „westliche“ Welt.

Japaner

 

 

 

 

Automarke oder High-tech-Gerät

Jodler

 

tyrolienne
[Tirolerische (Gesangsart)]

 

 

Wenn das die Bayern mitkriegen, dass die Franzosen ihnen den Jodler wegnehmen wollen!

Kanadier

 

 

 

 

Kanu (olympische Disziplin), in Europa wohl zuerst aus Trapper- und Indianererzählungen bekannt; vgl. Lammfelljacke.

kauderwelschen

to talk double Dutch
[doppeltes Holländisch reden]

parler français comme une vache espagnole
[französisch sprechen wie eine spanische Kuh]

 

 

Der dt. Ausdruck trifft unsere romanischen Nachbarn, die „Welschen“. Die Betonung liegt hier auf der Unverständlichkeit des Gesagten. Vgl. radebrechen.

Lammfelljacke

 

canadienne
[Kanadische (Jacke)]

 

 

Vgl. Kanadier.

lateinische Schrift

 

écriture latine

 

 

Diese bereits von den Römern für die lateinische Sprache benutzte Schrift ist die heute in der so genannten westlichen Welt am weitesten verbreitete. Die zu ihr gehörenden römischen Zahlen (z.B. MMIV) wurden darin jedoch weitgehend durch die arabischen Zahlen (z.B. 2004) ersetzt.

Luftschlösser

 

châteaux en Espagne
[Schlösser in Spanien]

 

 

Der frz. Ausdruck ist v.a. ein Schuss nach hinten, gegen den eigenen damaligen Adel und solche, die dazu gehören wollten.

Magnesiumsulfat

 

 

sale inglese
[englisches Salz]

 

Abführmittel

Maloche, Schinderei, Sklavenarbeit

 

travaux d'Arabe

 

 

Der frz. Ausdruck ist wohl ein Relikt aus der Kolonialzeit, in der man gern die untergeordneten, beschwerlichen und miserabel bezahlten Arbeiten den unterworfenen Arabern überließ.

Mongolismus

 

mongolisme

 

 

Die entfernte Ähnlichkeit der „Schlitzaugen“ bei mongolischen Volkstämmen und bei den von der so genannten Krankheit befallenen Europäern führte wohl zu dieser unwissenschaftlichen Namensgebung.

Omelette andalusische Art

Spanish omelette

 

 

 

 

orientalischer Bazar

 

 

 

 

Abwertender Begriff für einen einheimischen Kramladen, der  ziemlich mit weniger hochwertigen Waren vollgestopft ist und/oder keine festen Preise kennt (Wenn man den Publikumserfolg solcher Läden auch hier bei uns sieht, fragt man sich, wieso der Begriff als abwertend gilt...)

Pariser

 

capote anglaise
[ungefähr: englische Abdeckung oder Kapuze (capote alleine heute meist = Kapuzenmantel oder Autoverdeck)]

 

 

Siehe auch: französisches Tüchlein

pingelig sein

 

être chinois
[chinesisch sein]

 

 

Als Charles de Gaulle zum ersten Mal mit Mao tse Tung [damals schrieb man diesen noch so] in China vor den Fernsehkameras posiert hatte, machte in Frankreich der Journalistenwitz die Runde, demzufolge man nicht wusste, welcher von beiden der chinesischste war („On ne savait pas lequel était le plus chinois des deux.“), was - zu Recht oder Unrecht - auf den Doppelsinn von „chinois“ anspielte.

Plattfußindianer

 

 

 

 

Ausdruck für „Möchte-gern-Indianer“, die an ihren „Plattfüßen“ scheitern. Die Indianer dienen hier als unerreichtes Vorbild für ausdauerndes Zu-Fuß-Gehen (nach unzähligen Trivialromanen und -filmen sind sie ja ständig auf dem Kriegspfad). Der Ausdruck ist vielleicht eine Abwandlung von Stammesbezeichnungen wie „Schwarzfußindianer“.

Pommes

French potatoes
[französische Kartoffeln]

 

 

 

Lustigerweise halten die Franzosen die Belgier für die Erfinder und Meister der Pommes (die sie übrigens meist „frites“ nennen - statt „pommes de terre frites“). Daher die frz. Scherzfrage: „Was ist eine belgische Fondue?“ - „In Kartoffelbrei getauchte Pommes.“ Nebenbei gesagt: Die Belgier sind die Ostfriesen der Franzosen, wenn man die gängigen Witze betrachtet.

Portugieser

 

 

 

 

Weinsorte

Portwein

 

(vin de) Porto

 

 

Von der portugiesischen Stadt O Porto (Oporto, Porto)

radebrechen

 

parler petit nègre
[wie ein Negerjunge reden]

 

 

Es geht hier im Frz. um eine kreolsprachenähnliche Ausdrucksweise: weitgehend unverbundenes Nebeneinanderstellen fester Ausdrücke ohne Deklination und Konjugation, u.U. mit verfälschter Aussprache. Das kann man im Dt. mit „radebrechen“ einigermaßen wiedergeben. Der frz. Ausdruck, der in dt. Übersetzung rassistisch wirkt, hat in Frankreich nicht diese ernst zu nehmende Bedeutung. Vgl. kauderwelschen.

römische Zahlen

 

chiffres romains

 

 

Da geht es weniger um die Stadt Rom (die natürlich Ausgangspunkt des nach ihr genannten Reiches war) als um das Römische Reich, das die nach ihm genannten Zahlen in ganz Europa verbreitete. Die heute weltweit verbreitete lateinische Schrift geht ebenfalls vom Römischen Reich aus, benutzt aber meist die so genannten arabischen Zahlen.

Russe

 

 

 

 

Weißbier + Limonade

russisches Roulette

Russian roulette

roulette russe

 

 

 

Schäferhund

 

(chien de) berger allemand
[deutscher Schäfer(hund)]

 

Ungarisch: német juhász [deutscher Schäfer]

 

Schnürstiefelette

 

 

polacca
[Polnische]

 

Schnürstiefelette, früher auch eine Art Jacke.

Schwedenhölzer

 

allumettes suédoises
[schwedische Streichhölzer]

 

 

Kommt von dem lange geltenden, jetzt aufgehobenen schwedischen Streichholzmonopol.

schwedisch, hinter ~en Gardinen sitzen

 

 

 

 

im Gefängnis sitzen

Schwindelgeschäft

 

 

 

Ungarisch: panama

Ungarisch: valami panamában vesz részt (an irgendeinem Schwindelgeschäft teilnehmen)

siamesische Zwillinge

 

siamois
[Siamesen]

 

 

Nicht dass in Thailand alle Kinder so auf die Welt kommen, aber einer der ersten spektakulären und heute noch bekannten Fälle zusammengewachsener Kinder stammte aus Thailand (das man damals noch „Siam“ nannte).

spanisch vorkommen, jemandem ~

 

ne pas paraître (très) catholique à quelqu'un
[jemandem nicht (sehr) katholisch erscheinen]

 

 

 

spanische Fliege

 

 

 

 

 

spanische Zwiebel, Bermudazwiebel

Spanish onion

 

 

 

 

Sprünge, damit kann man keine großen ~ machen

 

 

ce n'est pas le Pérou !
[das ist nicht Peru!]

 

 

süße Creme mit Biskuits

 

 

zuppa inglese
[englisches Eingeweichtes]

 

Die „zuppa inglese“ enthält u.a. etwas „pan di Spagna“...

Türke (einen ~n bauen, türken)

 

 

 

 

Blendwerk, nicht funktionsfähiges Präsentationsmodell, eine Art potemkinsches Dorf im Kleinen. Zur Deutung der Herkunft dieses Ausdrucks siehe „Wie baut man einen Türken?“ in Bastian Sick, Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod (Band 1).

Türkisches Handtuch

Turkish towel

 

 

 

Tanzfigur z.B. in der Rumba. Aber was hat die brasilianische Rumba mit der Türkei zu tun?

verdeutschen

 

 

 

 

Gleichbedeutend mit etwas auf (gut) Deutsch sagen.

voll wie eine Haubitze

 

soûl comme un Polonais
[betrunken wie ein Pole]

 

 

Es gibt auch viele andere Völker als die Polen, die mit dem Problem des Alkoholismus zu kämpfen haben. Warum also ausgerechnet einen Polen als abschreckendes Beispiel nehmen? Die Wege des Volksmundes sind oft eigenartig...

Wechselbad, Wechseldusche

 

douche écossaise

doccia scozzese

 

Ob die Schotten, denen man in manchen Ländern die Erfindung der Wechseldusche zuschreibt, diese auch heute noch mehrheitlich anwenden, untersuchen wir lieber nicht...

Wenn der Esel wird genannt..., kommt er auch schon angerannt.

Wenn man von der Sonne spricht..., dann scheint sie.

 

Quand on parle du diable..., on en voit la queue.

 

Spanisch: Hablando del rey de Roma, por la puerta asoma. [Wenn man vom König von Rom redet, erscheint er an der Tür.]

Hablando del rey de Roma, por la puerta el burro se asoma. [Wenn man vom König von Rom redet, erscheint der Esel an der Tür.]

Hablando del rey de Roma, miren quien se asoma. [Wenn man vom König von Rom redet, schauen Sie, wer an der Tür erscheint!]

Hablando del rey de Roma, ¡y la nariz que asoma! [Wenn man vom König von Rom redet, erscheint seine Nase an der Tür!]

Die spanischen Wendungen sind zwar syntaktisch nicht ganz korrekt, aber was schert's den Volksmund? Sie stehen so in der Hispanoteca von Justo Fernández López. Eine interessante, aber leider kurze Diskussion zum Thema bringt der Blog forum.wordreference.com

Im realen Leben wird der Nachsatz meist weggelassen und durch vielsagendes Schweigen ersetzt, so dass sich jeder seinen eigenen Reim machen kann...

Der bekannteste „König von Rom“ war übrigens der Sohn Napoleons I. Aber was hat der mit dieser Redewendung zu tun? Wenn Sie etwas darüber wissen oder Quellen dafür kennen, lassen Sie es uns bitte wissen! Vielen Dank im Voraus!

Wilder, etwas wie ein ~ tun

 

faire quelque chose comme un sauvage
[etwas wie ein Wilder tun]

 

 

Hier handelt es sich in der Regel um eher tadelnswerte Handlungen (schreien, um sich schlagen, daraufschlagen, prügeln usw.).

Im Frz. wird klar, was der dt. Ausdruck eher verschleiert: Hier ging es ursprünglich (zum Glück ist das heute weitgehend vergessen) um ein Verhalten, das man nur einem „Wilden“ zutraut, d.h. einem nicht zivilisierten Menschen, einem „Eingeborenen“. Der Kolonialismus lässt grüßen...

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Hans-Rudolf Hower 2004

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Letzte Aktualisierung: 09.07.10