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Dieser Text bezieht sich auf Silvio Pellicos Buch Le mie prigioni (Meine Gefängnisse) und die von Piero Maroncellis verfassten Addizioni (Zusätze) zu diesem.
Das von Pellico und Maroncelli geschriebene (Nord-)Italienisch aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist bereits so nahe am modernen Italienisch, dass es gut lesbar ist, wenn man letzteres beherrscht. Manche veralteten oder regionalen Ausdrücke findet man sogar in einem guten modernen Wörterbuch, manche kann man leicht aus dem Kontext erschließen oder auch als für die Handlung weniger wichtig übergehen.
Mit den mehr oder weniger systematischen Besonderheiten wird man recht schnell vertraut, wie die folgende Aufstellung zeigt.
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In den Imperfektformen vieler Verben (v.a. auf -ere) wird das v oft weggelassen: z.B. avea = aveva, vedeamo = vedevamo. Auch an anderer Stelle kann intervokalisches v verschwinden: z.B. dee = deve. |
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Die 1. und die 3. Person Singular des Imperfekts ist immer identisch: z.B. (io) aveva, (egli) aveva. |
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Als Höflichkeitsform wird auch für eine einzelne Person meist die 2. Person Plural genommen: z.B. come sapete = wie Sie wissen. Sonst Ella + 3. Person Singular, bei mehreren Personen auch lor Signori mit der 3. Person des Plurals. |
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Es kommen historisch verkürzte oder leicht veränderte Verbformen vor: diè = diede, sieno = siano, vo = vado, fo = faccio, femmo = facemmo, veggo(no)/vegga = vedo(no)/veda, salvo = salvato. |
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Es kommen bei unregelmäßigen Verben auch regelmäßigere Vergangenheitsformen vor, v.a. Partizipien auf -uto, z.B. renduto statt reso, veduto statt visto. |
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Ein o am Ende einer Verbform wird oft weggelassen (vor allem vor Partizip oder Infinitiv). Geht ein Doppelkonsonant voran, wird dieser vereinfacht. Beispiele: han = hanno, vengon = vengono, abbiam = abbiamo, dobbiam = dobbiamo. |
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Als verstärkte Verneinung (gar nicht, überhaupt nicht) wird meist non ... punto (vor Infinitiv: senza punto) benutzt. |
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Das Personalpronomen steht als Objekt nicht vor dem Verb, sondern wird an dieses hinten angehängt; dabei kommt es nach l, n und r zur Vokalelision und unter dem Ton zur Konsonantenverdoppelung: z.B. chiamasi = si chiama, chiamavansi = si chiamavano, havvi = vi ha, evvi = vi è, fermossi = si fermò, vedrebberlo = lo vedrebbero, vuolsi = si vuole, duolmi = mi duole, scongiurolla = la scongiurò, troverassi = si troverà. |
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In Verbformen kann -ng- zu -gn- werden. Beispiel: aggiugnesse = aggiungesse. |
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Statt egli steht meist ei, wobei beides auch als unpersönliches Neutrum gebraucht werden kann. |
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Es kommt zu heute eher unüblichen Vokalelisionen: z.B. glavvocati = gli avvocati, de genitori = dei genitori, a genitori = ai genitori, lamiche = le amiche, co = coi, pe = pei = per i. |
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Die Präpositionen con und per verschmelzen mit allen Formen eines nachfolgenden bestimmten Artikel, wobei endendes i entfällt: col, collo, colla, co (= coi), colle; pel, pello, pella, pe (=pei), pelle. |
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nol = non lo. |
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Statt dem Akkusativobjekt lo kann il stehen, und gli kann loro und li ersetzen. |
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sui = suoi (seine/ihre); die Präposition su + i ergibt stattdessen su . |
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state = estate, spirare = espirare (sterben), (mezzo)dì = (mezzo)giorno, sì = così, desso/a = esso/a, dimanda(re) = domanda(re), novo = nuovo, core = cuore, dole = duole, angiolo = angelo, giovine = giovane. |
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obbliare = dimenticare (vgl. französisch "oublier") |
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Steht vor s impuro ein Konsonant, wird fast immer ein i eingeschoben: z.B. per iscopo, non istà, non ischiavo, per isventura, con iscelta. |
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Der Plural der Wörter auf -io schwankt ständig zwischen -ii und -î. |
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Hans-Rudolf Hower 2003
Letzte Aktualisierung: 01.08.11