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Wegen dem weitverbreiteten Unfug, den Gebrauch vom Genetiv zu vermeiden und durch den vom Dativ oder von einer präpositionalen Wendung zu ersetzen, ist es an der Zeit, zum Genetiv seiner Rettung aufzurufen. In der Tat ist der Genetiv im Deutschen eines von den grundlegenden Mitteln zur Strukturierung von einem Satz. Dem Satz seine Struktur wird in der Regel nicht deutlicher, sondern schwerfälliger durch häufigen Gebrauch von präpositionalen Wendungen anstelle vom Genetiv. Die süddeutsch-dialektale Sonderausprägung von den Ersatzformen zur Vermeidung vom Genetiv, in der das eigentliche Genetivattribut syntaktisch an die Stelle vom übergeordneten Bezugswort tritt und das Bezugswort mit einem auf das normalerweise, aber nicht hier im Genetiv stehende Wort verweisenden Possessivpronomen ausgestattet nachgestellt wird, ist eine für dialektfremde Sprachanwender besonders barbarisch anmutende Verballhornung von der schönen deutschen Sprache: Der deutschen Sprache ihre eigene Logik verlangt nämlich geradezu danach, daß dem Genetiv seine Eigenheit, dem Satz seine Struktur zu vereinfachen, in allen Deutschen ihrem Interesse zu nutzen. Dem Genetiv seine Rettung wird aber nicht von alleine kommen. Daher unser dramatischer Aufruf, nicht nur dem Dativ zu retten, sondern sich auch dem Genetiv anzunehmen! Statt bequemem Aussitzen des Problems bedarf es ... ist das konsequente Anwenden vom Genetiv in allen Lagen vom täglichen Leben zu fordern! Gedenken wir dem großen deutschen Dichter Goethe seinem Werk, das uns nicht umsonst in den Besitz einer von der Welt ihren schönsten Sprachen gebracht haben sollte! Trotzdessen sollten wir nicht verzagen! Jeder erinnert sich ja noch anderer Torheiten des Gebrauchs der Sprache der Dichter und Denker des deutschen Volkes der Nachkriegszeit dieses Jahrhunderts: Ihrer keine hat ihres Jahrzehnts überlebt! Des Genetivs wird weiterleben! Der deutschen Sprache Schönheit wird sich noch manche Generation erbauen. Noch ist aller Tage Ende nicht! In dieses Sinnes rufen wir unser aller Mitmenschen entgegen: Es lebe des Genetivs! |
Hans-Rudolf Hower 2002
Letzte Aktualisierung: 10.07.10