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Diese Seite stellt diejenigen unter meinen Büchern vor, die zu den in einer südslawischen Sprache (Serbokroatisch, Slowenisch...) geschriebenen Literaturen gehören, d.h. im Großen und Ganzen zu der Literatur der aus dem ehemaligen Jugoslawien (= Südslawien) hervorgegangenen Staaten.

Ich habe zunächst beschlossen, zwischen den AutorInnen auf Grund ihrer Herkunft innerhalb des ehemaligen Jugoslawiens keinen Unterschied zu machen. Denn dieser Unterschied ist oft überhaupt nicht festzustellen, und die besten AutorInnen schöpften bisher gewöhnlich aus einem Sprachschatz, der sich nicht auf die Grenzen „ihrer” Republik innerhalb Jugoslawiens beschränkte. Bei jetzigen und künftigen AutorInnen wird das vielleicht nicht mehr ganz so sein, aber das wird man später sehen...

Sprachliche Anmerkung

Linguistisch gesehen, sind die durch den Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens entstandenen Sprachen Serbisch und Kroatisch nur eine einzige Sprache (die man „früher” Serbokroatisch nannte), auch wenn das heute einigen Politikern nicht gefällt. Was den Eindruck vermittelt, dass man es mit zwei verschiedenen Sprachen zu tun hat, ist vor allem der historisch bedingte Umstand, dass das Serbokroatische in Kroatien in lateinischer und in Serbien in kyrillischer Schrift geschrieben wird. Abgesehen von der Schrift, sind die regionalen Unterschiede eher kleiner als z.B. zwischen einem süditalienischen und einem norditalienischen oder zwischen zwei süddeutschen Dialekten. Da fällt mir die berühmte pseudo-linguistische Definition ein, die auf den Fall des Serbischen und des Kroatischen gut passt: „Eine Sprache ist ein Dialekt, der politisch Glück gehabt hat.”

     

Kazić, Mihajlo

   

Mihajlo Kazić, Die unterbrochene Reise

Roman, gelesen auf Deutsch. Serbischer Originaltitel: Prekinuto Putovanje [lateinische Umschreibung von mir].

Trotz seines heißen Themas hat mich dieses Buch völlig kalt gelassen. Die vom Klappentext versprochenen hehren Inhalte habe ich darin vergeblich gesucht. Im Nachhinein erinnert mich der Roman an ein bekanntes Kochrezept:

Man flicke aus ein paar Handlungsfetzen eine nichtssagende Intrige zusammen, deren Akteure keine Ahnung von der Rolle haben, die sie darin spielen. Diese Personen führe man immer mal wieder über Kreuz zusammen, ohne dass die sich ergebenden Kombinationen notwendigerweise einen tieferen Sinn ergeben. Dazu gebe man eine Prise orientalische Exotik und etwas geheimbündlerische Mystik, verquirle dies alles mit einer beliebigen und den Romanfiguren unbekannten Anzahl von Geheimdiensten, die nicht wissen, was sie zu tun haben, aber diesen Auftrag so dilettantisch ausführen, dass mindestens ein größeres Blutbad und mehrere Einzelmorde gewiss sind. Das Ganze schmecke man mit ein paar sexuellen Beziehungskisten sowie einigen markant unbestimmten Orakelsprüchen wenig bekannter Autoritäten ab. Heraus kommt dann ein Buch wie das vorliegende.

Warum hat mir das Buch nur so die Laune verdorben? Lag es etwa an der deutschen Übersetzung?

Nein, daran lag es sicher nicht! Die deutsche Übersetzung von Goranka Vogel bleibt zwar leider so nahe an der serbischen Vorlage, dass man deren syntaktische Strukturen (vor allem die Partizipialkonstruktionen) stark hinter vielen deutschen Sätzen zu spüren meint, und so mancher deutsche Begriff ist m.E. unglücklich gewählt. Aber daran gewöhnt man sich beim Lesen.

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Mihajlo Kazić, Die unterbrochene Reise

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Kiš, Danilo

Lebte 1935-1989. Sohn eines ungarischen Juden und einer Montenegrinerin. Er entging dem Holocaust, weil ihn seine Eltern 1939 taufen ließen; sein Vater dagegen wurde wie alle seine Verwandten nach Auschwitz gebracht und überlebte dies nicht (wie auch fast alle Verwandten). Der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk schreibt über Kiš in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 2./3.07.05 mit dem Titel Wieder konnte die Stadt nicht schlafen: "Kis war ein großer Schriftsteller der serbischen, damals noch serbokroatischen Sprache. Manche sind sogar der Meinung - der größte."

Sprachlicher Hinweis

Die Schreibung des Familiennamens mit umgekehrtem Zirkumflex ist serbokroatisch (genau wie der Vorname "Danilo"). In seiner ursprünglichen, ungarischen Form wurde er einfach "Kis" (ohne diakritisches Zeichen) geschrieben und bedeutete auf Deutsch "Klein". Die ungarische und die serbokroatische Schreibvariante ergeben übrigens in der jeweiligen Sprache die gleiche Aussprache "Kisch".

   

Danilo Kiš, Frühe Leiden

Autobiografisch geprägter Roman, gelesen auf Deutsch. Erster Teil einer von Kiš selbst "Familienzirkus" genannten Romantrilogie. Serbokroatischer Originaltitel: ???. Der autobiografische Text der angehängten Geburtsurkunde stammt aus Mansarda).

Zwischen einer poetisch verfremdeten Einleitung in die Welt der Kindheit und den später dem Buch beigefügten Texten Äolsharfe und Geburtsurkunde liegt eine Sammlung kürzerer Kindheitsepisoden, die irgendwo zwischen Autobiografie und Roman anzusiedeln sind und nach meinem Empfinden die besten Stücke des Buches darstellen. Beeindruckt und vergnügt ließ ich mich immer wieder von der blühenden Einbildungskraft des kleinen Jungen in fantastische Gefilde entführen, - bis die Wirklichkeit ihn und mich wieder einholte... Und zu dieser Wirklichkeit gehört auch die bedrückende Abwesenheit und das für den Jungen unbegreifliche Schicksal des Vaters, der von den Nazis abgeholt wurde und nie wieder zurück kam.

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Danilo Kiš, Frühe Leiden

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Pavić, Milorad

   

Milorad Pavić, Das Chasarische Wörterbuch

Roman (?), gelesen auf Deutsch. Serbokroatischer Originaltitel: Hazarski rečnik.

Dieser Roman (oder was auch immer) ist das genialste Hypertext-Buch, das mir je unter die Finger gekommen ist. Eigentlich gehört es auf einen PC, damit sein Hyperlink-Geflecht richtig zur Geltung kommt! Aber vielleicht liegt sein Reiz gerade darin, dass diese innere Vernetzung auch auf Papier nachzuvollziehen ist... Ich kann dem Klappentext nur zustimmen, der da behauptet, das Buch sei gattungsmäßig „Abenteuerroman, Liebesroman, historischer Roman, kabbalistisches Handbuch, Traumbuch, Denksportaufgabe”, und das alles gleichzeitig.

Thema des Buches ist die Geschichte des verschollenen Turkvolkes der Chasaren, das einst zum Christentum, zum Islam und zum Judentum übergetreten war. Dementsprechend gibt es sich zum Teil widersprechende Quellen aus allen drei Religionen. Diese Quellen werden noch dazu zu zwei weit auseinander liegenden Zeitpunkten (1689 auf einem türkisch-serbischen Kriegsschauplatz und 1982 in Istanbul) von mehr als heterogenen Personen zu einer Art chasarischem Wörterbuch zusammengetragen. Am ersten Termin waren es ein adliger Heerführer und Sammler, ein türkischer Lautenspieler und ein Jude; am zweiten Termin trafen sich drei Wissenschaftler: ein Ägypter, ein Jugoslawe und eine polnische Jüdin.

Das vorliegende Buch trennt die Texte fein säuberlich nach den drei Religionen, vereint aber die männliche und die weibliche Sicht...

Man kann das Buch von jedem beliebigen Punkt an und in jede Richtung lesen, wenn man nur die Querverweise und das „Verzeichnis der Ordnungswörter” nutzt. Ich habeganz einfach am Anfang begonnen und bin dann während dem Lesen immer wieder den Querverweisen gefolgt, die mich natürlich zu Stellen führten, die wieder Querverweise enthielten, die zu anderen Querverweisen führten, um mich zu weiteren Querverweisen zu führen... Irgendwann brummte mir der Kopf, aber ich konnte nicht aufhören weiter zu lesen... Und dann entwickelte ich „Überlebensstrategien”... Aber die verrate ich nicht, denn jeder soll seine Erfahrungen selber machen!

Bei manchen Charakteristika des chasarischen Reiches frage ich mich, ob der Autor nicht an seine zerfallende jugoslawische Heimat gedacht hat, vor allem wenn er die zentrifugalen Kräfte und die bestimmende Rolle der Minderheiten beschreibt.

Zu meinem Erstaunen musste ich nach der Lektüre feststellen, dass die Chasaren keine reine Erfindung des Autors sind. Googeln Sie mal im Internet nach „Chasar” oder „Khazar”. Da finden Sie einiges! Auch das Lexikon der untergegangenen Sprachen gibt viele historische Hinweise.

Nachbemerkung

Das Buch existiert in einer weiblichen, einer männlichen und einer beide Geschlechter vereinenden Ausgabe. Letzteres war bei der von mir gelesenen Ausgabe der Fall. Danach konnte ich diese Ausgabe noch dreimal für Geschenke besorgen, dann war es aus. Keine Münchener Buchhandlung war mehr in der Lage, dieses Buch zu besorgen. Jetzt findet man manche Ausgaben (z.T. nur noch) bei amazon im Internet und auch dort oft nur noch antiquarisch. Leider sind die Angaben der Anbieter zum Geschlecht der angebotenen Ausgaben nicht immer vorhanden und vielleicht auch nicht immer verlässlich. Drum prüfe, wer sich literarisch bindet...  ;-))

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Milorad Pavić, Das Chasarische Wörterbuch

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Aleksandar Tišma

Aleksandar Tišma wurde 1924 als Sohn eines Serben und einer ungarischen Jüdin in der Nähe der jugoslawisch-ungarischen Grenze geboren. Nach seiner Schulzeit in Novi Sad (Abitur 1942) und den Anfängen eines Wirtschafts- und Romanistik-Studiums in Budapest musste er 1944 zum Ausheben von Schützengräben gegen die Rote Armee nach Siebenbürgen gehen und nahm ab November 1944 an der Volksbefreiungsbewegung teil. Nach dem Weltkrieg arbeitete er als Journalist und Verlagslektor und widmete sich ab 1950 zunehmend mit eigenen Arbeiten der Literatur und Übersetzerarbeiten aus dem Deutschen und dem Ungarischen. Tišma lebt in Frankreich und in seiner Heimatstadt Novi Sad. Sein Werk gilt als wichtiger Teil der Weltliteratur.

Mehr Info zum Autor bietet die dt. Wikipedia unter Aleksandar Tišma.

Zur Werkübersicht bei amazon.de/at: Aleksandar Tisma.

   

Aleksandar Tišma, Das Buch Blam

Roman, gelesen auf Deutsch. Serbokroatischer Originaltitel: Knjiga o Blamu.

Blam hat Glück gehabt. Er hat den Zweiten Weltkrieg und die Rassenpogrome der deutschen und ungarischen Nazis überlebt, obwohl er Jude ist. Denn ein mit den Nazis sympathisierender Redakteur hatte ein Verhältnis mit seiner Frau.

Aber er hat seine ganze Familie verloren, und seine Jugendliebe hat sich nur durch die Flucht nach Italien retten können. Sie schreibt ihm noch, aber er antwortet nicht mehr...

Das Leben (oder der Traum?) eines Überlebenden in der Nachkriegszeit, in seiner Heimatstadt Novi Sad. Ein Leben im geistigen Ghetto? Kaum dass Blam einmal seine Wohnung verlässt...

Vieles Äußere ist noch da, aber da kommen die Erinnerungen. An Personen, an Ereignisse, an ein volles, aber bedrohtes und oft gemordetes Leben...

Und dann immer wieder die „Rückkehr” ins Novi Sad der Nachkriegszeit, in die Leere, in die Einsamkeit der eigenen Wohnung...

Durch die ständigen gekonnt erzählten Rückblenden zu oft dramatischen Ereignissen wurde der Roman für mich zu einer spannenden Lektüre, die ich in kürzester Zeit verschlang.

Und durch den Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens mit seinen Kriegshandlungen und „ethnischen Säuberungen” bekam das Buch, als ich es las, eine besondere Aktualität und Intensität. Denn wer weiß, ob Blam, wenn er denn noch lebte, diese neuen Ausbruch rassistischen Wahns überlebt hat...

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Aleksandar Tišma, Das Buch Blam

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Aleksandar Tišma, Treue und Verrat

Roman, gelesen auf Deutsch. Serbokroatischer Originaltitel: Vere i zavere.

Sergije Rudić leistete im Zweiten Weltkrieg Widerstand gegen die Nazi-Besatzer, wurde aber gefangengenommen und gefoltert und überlebte das Lager nur, weil er im Gegensatz zu seinen Kameraden nicht an einem von vornherein aussichtslosen Ausbruchsversuch teilnahm, bei dem neben allen anderen auch seine serbische Geliebte ums Leben kam. Er schaffte es aber, dem gleichaltigen jüdischen Serben Eugen das Leben zu retten.

Jeder der beiden eng verbundenen Freunde versucht auf seine Weise, im Nachkriegsjugoslawien mit seinen Kriegstraumata fertig zu werden: Während Sergije - weitgehend vergeblich - versucht, ein normales bürgerliches Leben in Novi Sad zu führen, und dabei von Niederlage zu Niederlage eilt, verkriecht sich Eugen in wahren Bücherbergen, die ihm - wie gewünscht - die Sicht aufs reale Leben nehmen. Trotzdem oder gerade deswegen bleibt jeder auf den anderen angewiesen, um das Leben ertragen zu können.

Die Dinge eskalieren, als ehemalige deutschstämmige Nachbarn aus der Emigration nach Novi Sad zurückkehren, um ihre dortigen Immobilien zu verkaufen, und die schon zur Jugendzeit von Sergije angebetete, aber inzwischen kinderlos verheiratete Inge diesem eindeutig ihre Gunst erweist und prompt von ihm schwanger wird. Zunächst hin- und hergerissen zwischen seiner verkorksten Ehe mit Ljiljana, aus der eine unnötigerweise körperbehinderte Tochter hervorgegangen ist, und der Aussicht auf eine konfliktlose und erfüllende Ehe mit Inge, deren Kriegstraumata er nicht kennt oder nicht kennen will, trifft er schließlich eine mannhafte Entscheidung, mit fatalen Folgen - für das geborene Opfer...

Ob der Tod wirklich eine Lösung darstellt, lässt der Autor offen, aber er zeigt auch keine andere Lösung. Die Überlebenden stehen jedenfalls weiterhin vor ihren bekannten Problemen.

Das ewige Dilemma des Menschen fasst Tišma an einer Stelle des Buches (S. 219/220 der dtv-Ausgabe) knapp zusammen, indem er von Sergije sagt:

„Während er angenehm gesättigt, das Sakko über der Stuhllehne, unter dem Geäst der Kastanie sitzt, spürt er, daß auch dies nur ein feierlicher Augenblick der Stille ist inmitten von Gefahren, die in irgendeinem Winkel unserer eigenen Natur lauern, um alles zu zerstören, was mit guten Absichten und Vorzeichen errichtet wurde. Wir handeln, und dann bemerken wir, daß wir nichts geschaffen haben, daß sich die Wirklichkeit in ganz anderer Richtung bewegt, und wir müssen hinterherlaufen, um sie zu verteidigen, obwohl sie uns schon fremd ist und wir nicht daran schuld sind.“.

Was hier exemplarisch auf eine einzelne Person gemünzt ist, wendet Tišma auch auf ganze Völker an, und der Konflikt zwischen Jugoslawien und Deutschland / Österreich dient ihm immer wieder als Beispiel. Dabei geht es ihm nicht nur um die brutalen Fakten der jüngeren Geschichte, sondern auch um die allgemeine Wesensart der betreffenden Völker.

Fazit: Mich hat dieser Roman mit seiner ungeheuer dichten und menschlich nachzuvollziehenden Intrige fasziniert. Ich kann ihn jedem empfehlen, der bereit ist, über den deutschen Tellerrand hinauszuschauen und das Gefühlsleben der handelnden Personen nicht als unnötiges Beiwerk zu betrachten.

Deutsche Übersetzung von Barbara Antkowiak: Angenehm zu lesen.

[hrh 10.08.11]

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Aleksandar Tišma, Treue und Verrat

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Duša u ogledalu / Seele im Spiegel

Gedichte von: Jablanka Stojanović-Cvetković, Bogoljub Jović-Boga Mali, Dragica Orlović, Alexander Hert, Dragica Schröder-Matejić, Saša Josifović, Radmila Kačarević, Stojan Kasamović, Jasmina Šegrt und Radovan Lepanović.

Herausgeberin und Übersetzerin der Dichterleben, der Rezensionen von Ana Dudaš und der meisten Gedichte: Jasmina Šegrt. Die übrigen Gedichte wurden von den AutorInnen selbst übersetzt bzw. auf Deutasch nachgedichtet.

Dieses vollständig zweisprachige Buch bringt die Originaltexte in serbokroatischer, also lateinischer Schrift. Es will der Liebe und der Völkerverständigung dienen, indem es serbische Dichter mit entsprechenden Texten vorstellt. Dieser lobenswerten Aufgabe kann das Buch nur unvollkommen gerecht werden, denn der weitaus größte Teil der deutschen Übersetzungen - sowohl der Gedichte als auch der Dichterleben und Rezensionen - sind über weite Strecken schwer lesbar bis unverständlich wegen der mangelnden deutschen Sprachkenntnisse der ÜbersetzerInnen. Dies wird durch Satzprobleme noch verstärkt, denn manche Umlaute fallen einfach weg, das ß wird meist durch ein einfaches s ersetzt, Satzteile fallen weg, sogar der Titel ist verunstaltet (zu „Selle im Spiegel”) usw. Das Buch scheint ohne die Hilfe eines deutschen Lektorats entstanden zu sein, und das hat ihm gar nicht gutgetan. Schade, denn so kann man ohne Serbokroatischkenntnisse den Wert der Originaltexte nur ahnen!

[hrh 12.04.08]

Info / Kauf: Nicht im normalen Buchhandel, aber in manchen Stadtbüchereien (z.B. Germering)

Bild: Hundi lebt

Hans-Rudolf Hower 2002

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Letzte Aktualisierung: 21.11.11