Deutsch English Français Italiano
Wer sind wir?
Kontakte
Zusammenarbeit
Lageplan
Themenkreise
Willkommen
Eigentlich wollte ich nach Aufgabe des Einstiegs in den Weinhandel die Wein-Seiten ersatzlos streichen. Doch sie haben, wie sich jetzt herausstellte, ihre Leser gefunden, die sie vermissen würden. Ich stelle sie daher hiermit wieder - zunächst unverändert - zur Verfügung, werde ihnen aber bei Gelegenheit eine andere Zielrichtung geben müssen, z.B. kritische Infos zu neuen Entwicklungen bei der internationalen Gesetzgebung und den Produktionsmethoden. Das kann eine Weile dauern...
Weingärten um St Vallerin, bei Buxy (Burgund, Frankreich)
Fotos: Hans-Rudolf Hower 2002
Etwas Geschichte - Wein als Produkt - Wein und Gesundheit - Über Geschmack lässt sich streiten - Literatur - Weinanbaugebiete in Europa (mit Bezugsquellen)
Wein tranken bereits die alten Römer. Mit der Expansion ihres Reiches brachten sie seinen Grundstoff, die Weinrebe, in alle Gegenden Europas, in denen diese Pflanze gedeihen konnte.
Zunächst unter dem Schutz der politisch-militärischen Macht der Römer, dann durch seine religiöse Verankerung im Christentum (Brot und Wein als Leib und Blut Christi) und die daraus folgende liebevolle Pflege in den Klöstern und Kirchengemeinden, sowie in moderneren Zeiten durch lokale und nationale Traditionen erwuchs dem Wein eine sich ständig vergrößernde Genießer- und Erzeugergemeinde. Wein wurde so zu einem der bedeutenden Elemente unseres europäisch-christlich geprägten Lebensgefühls und Kulturverständnisses. Zugleich wurde der Anbau der Weinrebe und die Weinerzeugung zu einem bedeutenden, lokal oft vorherrschenden Wirtschaftszweig in allen aus klimatischen Gründen weinbaufähigen Ländern Europas.
|
Erstaunlich ist, dass auch die germanischen Völker, die ja traditionell mehr auf Met und Bier stehen, dem Charme des Weines zunehmend erlagen. (Bis auf ein kleines Dorf in Bayern, Monachium genannt, das mit Hilfe von Zaubertränken, deren Namen alle auf -ator enden, sich mutig der römischen Invasion entgegenstellt. Also sprach Asterix...) |
Mit der weitgehenden Eroberung der übrigen Welt durch die europäischen Kolonialmächte wurden die Weinrebe und die Weinkultur dann über den ganzen Erdball verbreitet.
Dies war die große Chance des europäischen Weinbaus, denn als im 19. Jahrhundert der größte Teil der europäischen Reben einem Schädling zum Opfer gefallen war, konnten zuvor nach Amerika exportierte Rebstöcke wieder nach Europa gebracht und für einen neuen Anfang genutzt werden. Die meisten heutigen europäischen Reben stammen daher von Stöcken, die den Atlantik in beide Richtungen überquert haben. Nur in einigen sandigen Randgebieten Europas, z.B. Portugal, haben sich bis heute alte Rebsorten erhalten, die von der Reblaus-Epidemie verschont blieben. Auch im Rest der Welt finden sich seit Anfang des 20. Jahrhundert fast ausschließlich amerikanische Rebstöcke, die relativ resistent gegen die Reblaus sind.
Auch der Zusammenbruch der europäischen Kolonialreiche im 20. Jahrhundert hat an der weltweiten Verbreitung des Weines nichts mehr geändert; denn an den verschiedensten Punkten der Erde waren lokale Märkte und Traditionen entstanden. Im Gegenteil: Mit der extremen Verbilligung und Beschleunigung der Transportwege, dem Einsatz moderner Klimatechnik und der neoliberalen Globalisierungspolitik unserer Tage im Rücken drängen nun die Weinproduzenten aller Kontinente (außer der Antarktis...) sogar auf den alteingesessenen europäischen Markt. Mit Erfolg...
Wein als Produkt
Robert Joseph schreibt in seiner Großen Wein-Enzyklopädie (siehe unter Literatur):
Will man einen guten Wein erzeugen, braucht man die richtigen Trauben, das richtige Land, das richtige Klima und die richtigen Fertigkeiten. (Seite 9)
Entgegen landläufiger Meinung ist ein guter Wein also nicht einfach die schönste Gabe der Natur. Wenn man genauer hinschaut, ist er vielmehr ein komplexes Produkt aus folgenden Inhalten, die je nach Land und Gegend in verschiedenem Maße und auf verschiedene Weise vorhanden sind bzw. angewandt werden:
|
Was ein guter Wein alles braucht |
|
- einen natürlichen Grundstoff, die Weinrebe |
|
- natürliche Gegebenheiten: - ein Klima mit dem notwendigen Minimum an Sonneneinstrahlung - eine Lage mit der richtigen Ausrichtung, z.B. Südhang - ein Boden, der die Rebe ernährt und die Qualitätsmerkmale ihres Saftes günstig beeinflusst - die Eigenschaften der verschiedenen Rebsorten und ihres Saftes, z.B. Geschmack, Farbe, Gärung |
|
- menschliche Techniken: - Wahl der Rebsorte - Wahl und Vorbereitung des Anbauortes, z.B. Terrassenbau - Bodenbearbeitung, z.B. Düngen, Fräsen, Mulchen - Pflanztechniken, z.B. Spaliere - Pflanzenveredelung, z.B. Kreuzungen verschiedener Rebsorten, Pfropfungen auf reblausresistente Wurzelstöcke - Pflanzenschutz, z.B. Netze zur Vogelabwehr, natürliche oder chemische Schädlingsbekämpfungsmittel, Säuberung der Rebstöcke von Reblauseiern - Unkrautbeseitigung oder gezielte Zwischenraumbepflanzung - Optimierungstechniken, z.B. Entfernen von Blättern für mehr Sonneneinstrahlung, Beerenauslese, Abwarten des ersten Frostes - Erntetechniken, händisch oder mit Erntemaschinen - Entsaftungstechniken - Techniken zur Steuerung des Gärungsvorgangs - Nutzung oder Vermeidung von Zusatzstoffen, z.B. Hefe, Zucker - Mischtechniken, z.B. zur Veredelung ansonsten zu herber oder zu saurer Weine oder Kombination der guten Eigenschaften verschiedener Rebsorten - Marketing, z.B. Ermittlung und Bedienung eines regionalen Kundengeschmacks - Ausbau- und Lagerungstechniken, z.B. Regelung von Temperatur und Feuchtigkeit, Ausbau auf den Trübstoffen, Lagerung in Barrique, Eichenfässern, Edelstahltanks, Flaschen und anderen geeigneten Behältern - Transporttechniken, z.B. Kühltransporter - Absatzlogistik - Vertriebstechniken - usw. usf. ... |
Bereits die bloße Aufzählung der menschlichen Kunstgriffe lässt erahnen, dass von den Weinen der alten Römer zu den unsrigen ein wahrhaft langer Weg führte und wir heute die meisten antiken Weine vermutlich nur mit Grausen zu uns nehmen würden. Denn auch unser Geschmack hat sich weiter entwickelt.
Ein guter Wein ist eine gelungene Kombination natürlicher Gegebenheiten und Grundstoffe mit höchster menschlicher Kunstfertigkeit.
|
Weniger ist oft mehr Der intensive Anbau der Weinrebe, gebietsweise in Monokultur, ist nicht ohne Probleme geblieben. Bio-Winzer versuchen daher mit weniger Masse und weniger Chemie einen für Mensch und Umwelt verträglicheren Weinbau zu betreiben. Bio-Wein ist für den Winzer im stark umkämpften und reglementierten Weinmarkt der Europäischen Gemeinschaft auch eine Möglichkeit, sich vor der Konkurrenz auszuzeichnen und bessere Preise zu erzielen. |
Wein und Gesundheit
Über den Zusammenhang zwischen einem mäßigen, aber regelmäßigen Weingenuss und einer guten Gesundheit ist bereits viel geschrieben worden. Natürlich ist es schwer, diesen Wirkzusammenhang eindeutig nachzuweisen, da sich die Analyse auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte lange empirische Beobachtungen stützen muss. Aber es scheint doch etwas dran zu sein. Endlich mal eine Arznei, deren Einnahme auch noch angenehm ist, das subjektive Wohlempfinden fördert und die gesellschaftlichen Bindungen festigt!
|
Ein Glas guter Wein in angenehmer Gesellschaft
gehört zu den schönen Seiten des Lebens. Wein enthält Alkohol. Alkohol kann unter bestimmten Bedingungen und vor allem bei übermäßigem Genuss wichtige Hemmschwellen außer Kraft setzen, das Gefahrenbewusstsein trüben, die seelische Konfliktverarbeitung verhindern und schwere gesundheitliche Schäden hervorrufen. Alkohol kann töten und tötet täglich, z.B. im Straßenverkehr. Daher folgende Bitten: - Geben Sie keinen Alkohol an Kinder und Jugendliche. - Respektieren Sie die Entscheidung eines Mitmenschen, dieses Mal oder überhaupt keinen Alkohol zu trinken. - Trinken Sie maß- und verantwortungsvoll. - Versuchen Sie nicht, Probleme mit Alkohol zu verdrängen oder zu lösen. - Setzen Sie sich nie ans Steuer, wenn Sie getrunken haben. Auch unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte können die Folgen entsetzlich sein. - Denken Sie daran, dass Sie auch als Mitfahrer oder Mitfahrerin eines angetrunkenen Fahrers physisch und juristisch gefährdet sind. - Klären Sie in Gesellschaft rechtzeitig und verbindlich, wer nachher fährt - und daher nicht trinkt. Oder nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel. |
Die folgende Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit gibt einige Hinweise auf Internet-Quellen zum Thema Wein und Gesundheit:
http://www.kochen-wein.de/wein/gesund.htm
http://www.germanwine.de/wgesund/gesund.htm
http://www.infowein.de/service/serv6.php
http://www.mosella.de/interessantes/gesund1.htm#a
http://www.preventionfirst.de/wein_am_mittelmeer.htm
http://www.bodegas-rioja.de/wissen/gesundh1.htm
http://www.pierre-laforest.de/weinkon.htm
Die meisten dieser Internet-Auftritte verfolgen natürlich kommerzielle Interessen und predigen also für die eigene Kirche. Die Angabe dieser Adressen bedeutet keinerlei Empfehlung oder Aneignung der dort angebotenen Inhalte (siehe hierzu auch Die rechtliche Seite). Aber machen Sie sich selbst ein Bild davon!
Wenn Sie weitere oder bessere Informationsquellen zu diesem Thema kennen, wäre es schön, wenn Sie sie uns mitteilen würden. Klicken Sie hier oder gehen Sie zur Kontakte-Seite. Vielen Dank im Voraus!
Über Geschmack lässt sich streiten
Eigentlich müsste es heißen: Es ist zwecklos, über Geschmack zu streiten. Und oft ist es unhöflich, vor allem im fremden Land.
Mit dem Wein hat sich auch unser Geschmack weiter entwickelt, und in jedem Land haben sich die Ansprüche der Kunden in bestimmten typischen Bahnen entwickelt.
Grundlage der unterschiedlichen Geschmacksentwicklung (und damit auch des Weinangebotes) sind meist alltägliche Lebensgewohnheiten. Unkenntnis dieser Gewohnheiten führt oft zu unnötigen geschmacklichen Vorverurteilungen.
Beispiel:
In Frankreich wird Wein typischerweise zum Hauptgang des Essens getrunken. Da passt in der Regel nur ein trockener Wein. Je nach Art der Speise werden zwar Farbe (z.B. weiß für Fisch und Meerestiere, rot für Fleisch) und Herbheit (z.B. weniger herb für weißes Fleisch, herber für rotes Fleisch) unterschieden, aber trocken müssen sie alle sein. Die Weinerzeuger passen sich dem an und produzieren vorwiegend trockene Weine.
In Deutschland war die Lage bis vor einigen Jahren ganz anders: Wein wurde hauptsächlich außerhalb der Mahlzeiten getrunken, z.B. abends in fröhlicher Runde. Ein zu trockener Wein bringt da nicht den wahren Genuss. Daher wurden in Deutschland lange Zeit hauptsächlich mildere und fruchtigere Weine produziert und konsumiert.
Ich sehe noch heute vor mir den Ausdruck tiefsten Unverständnisses auf dem Gesicht meiner (französischen) Frau, als ich sie bei ihrer ersten Reise nach Deutschland nach dem Abendessen einlud, in einem nahen Restaurant noch ein Glas Wein zu trinken: Aber wir haben doch schon zu Abend gegessen! Ein für einen Deutschen völlig unverständliches Argument...
Literatur
Wenn Sie mehr Information über eines der u.g. Bücher wollen, klicken Sie auf den entspr. Querverweis eines unserer Partner in der Spalte Info / Kauf.
Falls mehr als ein Partner angegeben ist, wählen Sie bitte vorzugsweise einen, der im selben Land wie Sie bzw. der Adressat einer möglichen Lieferung beheimatet ist. Letztere wird dadurch umso schneller und deutlich billiger. (Manche Partner liefern sowieso nicht über die Grenzen hinweg.)
Beachten Sie, dass Sie auch nach dem Anklicken eines Querverweises (was Sie zum Internet-Auftritt dieses Partners führt) keinerlei Kaufverpflichtung haben.
|
Titel / Autor |
Anmerkungen |
Info / Kauf |
|
Die große Wein-Enzyklopädie Die Welt der Weine |
Übersetzung aus dem Englischen. Gut und angenehm zu lesendes, umfassendes, geografisch orientiertes Werk, auch zum Nachschlagen geeignet. Auch viele sprachliche Hinweise. Näheres. |
|
|
Handbuch Wein von Jens Priewe |
Ausgezeichnetes und umfassendes Nachschlagewerk. Auch viele sprachliche Hinweise. Näheres. |
|
|
Wein Die neue große Schule |
Diese Buchausgabe kenne ich nur dem Namen nach. Wenn Sie etwas Näheres darüber wissen, schreiben Sie uns bitte. Vielen Dank im Voraus! |
|
|
Wein richtig genießen lernen Einführung in die Weinsensorik |
Das Thema Genuss der o.g. Enzyklopädie wird hier zum Inhalt eines ganzen Buches. Für eine engere Wein-Beziehung... |
Weinanbaugebiete in Europa
Im Folgenden stellen wir wichtige europäische Weinanbaugebiete kurz vor und geben Ihnen zugleich Hinweise zu Literatur und Kaufgelegenheiten.
Wir können und wollen nicht mit einschlägigen Kompendien des Buchhandels konkurrieren, sondern lediglich unsere eigenen Erfahrungen und Beziehungen (sowie ggf. die unserer Leser) weitergeben.
Wenn Sie selbst Weinerzeuger sind oder gute Erfahrungen mit einem solchen gemacht haben, treten Sie bitte mit uns in Verbindung; klicken Sie hier oder gehen Sie über die Kontakte-Seite. Wir sind jederzeit bereit, die folgende Liste um weitere Länder und Anbaugebiete zu erweitern bzw. neue Bezugsquellen aufzunehmen. Vielen Dank!
Frankreich
|
Gegend |
Herkunftsbezeichnung |
Bezugsquellen |
|
Beaujolais [in Vorbereitung] |
[in Vorbereitung] |
[in Vorbereitung] |
|
Bordeaux [in Vorbereitung] |
[in Vorbereitung] |
[in Vorbereitung] |
|
Bourgogne (Burgund) |
[in Vorbereitung] |
[in Vorbereitung] |
|
Loire [in Vorbereitung] |
[in Vorbereitung] |
[in Vorbereitung] |
|
|
ACHTUNG, BAUSTELLE! Eine inhaltliche Neuorientierung dieser Seite ist angedacht. Foto: Hans-Rudolf Hower 2002 |
Hans-Rudolf Hower 2003
Letzte Aktualisierung: 26.01.08